KPI-Analyzer auf cio.de

1.000 Euro pro SAP-Arbeitsplatz sparen

23. Juli 2009
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Unternehmen machen bei ihrem SAP-System die technischen Releases, ohne sich einen Überblick über neue Funktionen zu verschaffen. Eigenentwicklungen und obsolete Programme werden mitgeschleppt. Der KPI Analyzer auf cio.de liefert einen Schnell-Check, wie viel Einsparpotenzial im Branchenvergleich im SAP-Programm steckt.
Andreas Werner-Scheer, IT-Direktor bei der Münchner Hypothekenbank: "Wir haben dann die Programme gelöscht, die obsolet geworden sind."
Andreas Werner-Scheer, IT-Direktor bei der Münchner Hypothekenbank: "Wir haben dann die Programme gelöscht, die obsolet geworden sind."

Von aufwendigen Eigenentwicklungen hält Andreas Werner-Scheer nichts. "Das SAP-System sollte als Standardsoftware eingesetzt werden", fordert der Direktor für Informationsverarbeitung und Organisation bei der Münchner Hypothekenbank. Werner-Scheer ließ sein SAP-System mit dem Tool KPI Analyzer benchmarken, um es anschließend zu bereinigen. Unnötige Programme, die von Release zu Release mitgezogen wurden und die Bank Geld kosteten, wurden entfernt. "Wir haben dann die Programme gelöscht, die obsolet geworden sind", erklärt Werner-Scheer das Vorgehen. Übrig geblieben sind nur die Standardsoftware und einige wenige Add-Ons.

Insgesamt 1232 Unternehmen haben bislang mit dem Analyzer das mögliche Einsparpotenzial für Wartungs- und Projektaktivitäten ermittelt. Der KPI Analyzer vergleicht Eingaben mit Branchenwerten. Der Algorithmus berücksichtigt neben branchenspezifischen Besonderheiten den Release-Stand und das Alter der jeweiligen SAP-Installation. Werner-Scheer von der Münchner Hypothekenbank setzte die Verbesserungsvorschläge der Performance-Messung mit Erfolg um: Während er 2007 nur ein silbernes Zertifikat für sein SAP-System erhalten hatte, gab es voriges Jahr Gold.

Nur noch ein weiteres Unternehmen aus der Finanzbranche hat es neben der Münchner Hypothekenbank zu einer Auszeichnung gebracht. Aber auch wenn es bei vielen Unternehmen nicht bis zum Zertifikat reicht, hat sich der Zustand der SAP-Systeme insgesamt verbessert. Diana Bohr, Chief Technology Officer bei West Trax Deutschland in Hahnstätten, wirkt zufrieden: "Der Hang zu Eigenentwicklungen ist weniger geworden." Während der ERP-Dienstleister West Trax in der Vergangenheit den besten Unternehmen einen Standardisierungsgrad von rund 60 Prozent bescheinigte, marschieren heute bereits ein paar Kandidaten auf die 80-Prozent-Marke zu.

Der Rundum-Sparkurs bringt die Firmen dazu, ihre SAP-Systeme jetzt doch zu entschlacken. "Viele haben nur die technischen Releases gemacht und ihre Eigenentwicklungen mitgeschleppt. Neue Funktionen hat sich niemand angesehen", sagt Bohr. Generell gilt die Faustregel: je älter ein System, desto mehr Einsparpotenzial. Diese Tatsache bekommen vor allem Mittelständler zu spüren: "Die meisten Unternehmen haben bisher wenig getan, um ihre Systeme zu verbessern", sagt Bohr. Nur wenige Unternehmen hätten den Handlungsbedarf früher erkannt.

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