IT-Karriere 2020

136.000 IT-Experten vom Umbau betroffen

14. August 2013
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Eine Studie rechnet vor, dass in den kommenden Jahren 136.000 IT-Experten umschulen, zum Dienstleister wechseln oder sich etwas Neues suchen müssen. Das liegt daran, dass immer mehr CIOs auf Standardlösungen, Cloud und Offshoring setzen. Im Gegenzug steigt der Bedarf für andere IT-Positionen im Unternehmen.

"Die IT-Abteilungen deutscher Industrieunternehmen stehen vor dramatischen Zeiten", heißt es in der Auswertung der Studie "IT 2020" der Unternehmensberatung AT Kearney, für die 150 CIOs befragt wurden. Mit den dramatischen Zeiten ist nicht nur der Fachkräftemange, sondern ein kompletter Umbau der Bereiche gemeint. Die Personallücke wird nach Einschätzung der Studienautoren wachsen, und die zu betreuenden IT-Landschaften werden immer komplexer.

Etwa 40 Prozent der IT-Positionen sollen davon betroffen sein, dass immer mehr CIOs auf Standard-Software, Cloud-basierte Lösungen und Offshoring setzen. In den kommenden Jahren, so die Prognose, müssen rund 136.000 IT-Mitarbeiter umschulen, auf die Dienstleister-Seite wechseln oder sich einen neuen Job suchen. Unbesetzte Stellen wird es in der IT jedoch weiter geben - bei AT Kearney rechnet man in Deutschland sogar mit einem Anstieg bis zum Jahr 2020 von 40.000 auf 60.000 freie Posten. In den USA, Kanada und Großbritannien geht man von einer weniger großen Lücke aus, da freie Stellen dort zum Beispiel mit englischsprachigen IT-Experten aus Indien besetzt werden könnten.

Treiber für zusätzliche Stellen

Es werde immer eine Nachfrage nach IT-Experten geben, die sowohl die Business- als auch die IT-Seite verstehen, schreiben die Studienautoren. Besonders begehrt sollen dann Mitarbeiter sein, die etwas von vertriebs- und kundenspezifischen Lösungen verstehen. Als Treiber für die zusätzlichen Stellen sieht man bei AT Kearney unter anderem das Demand Management, neue Entwicklungsprozesse wie ScrumScrum, technologische Entwicklungen wie mobile Apps und Cloud Services sowie Know-how im Bereich IT-Sicherheit. Alles zu Scrum auf CIO.de

Der Anstieg der unbesetzten Stellen bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass in allen IT-Abteilungen aufgestockt wird. 45 Prozent der befragten CIOs gehen davon aus, dass sie zusätzliche Stellen schaffen werden. Ebenso viele glauben aber, dass die Anzahl ihrer IT-Mitarbeiter gleich bleibt, jeder Zehnte rechnet mit weniger Stellen. Auf Freelancer wollen die IT-Verantwortlichen auch zukünftig vor allem dann zurückgreifen, wenn besonders viele ProjekteProjekte anfallen oder sie Experten mit Know-how benötigen, über das ihre Mitarbeiter nicht verfügen. Alles zu Projekte auf CIO.de

Die Unternehmensberatung AT Kearney hat für die Studie IT 2020: Preparing for the Future 150 CIOs von Konzernen und mittelständischen Unternehmen befragt.