Cloud Computing


FAQ zur Cloud Exchange

15 Fragen zum neuen Cloud-Marktplatz

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Die Deutsche Börse Cloud Exchange ist nach etlichen Verzögerungen nun doch noch an den Start gegangen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum neuen Marktplatz für Infrastructure as a Service (IaaS).

1. Was ist die Deutsche Börse Cloud Exchange (DBCE)?

Die DBCE entstand 2013 als Joint Venture der Deutsche Börse AGDeutsche Börse AG und der Berliner Zimory GmbH, einem auf Cloud-Management spezialisierten Startup. Ziel war es, einen anbieterneutralen Marktplatz für IT-Infrastruktur ins Leben zu rufen. Die DBCE beschäftigt 44 Mitarbeiter, die Geschäfte werden von Berlin aus geführt. Firmensitz ist aber Eschborn bei Frankfurt am Main. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Börse AG

2. Warum hat sich der Starttermin so lange verzögert?

Die für 2014 geplante Eröffnung wurde aufgrund der unterschätzten Komplexität verpasst. Wie der DBCE-Vorstandsvorsitzende Randolf Roth vor der Presse einräumte, führte das in der Betaphase eingesammelte Feedback zu tiefgreifenden Anpassungen. Der Betreiber habe noch einmal viel Geld in die Hand genommen, um die Funktionalität und die Benutzeroberfläche besser zu gestalten. Am 20. Mai 2015 hat die DBCE ihre Pforten geöffnet.

Maximilian Ahrens, CTO, Deutsche Börse Cloud Exchange: „Auf unserem Marktplatz erhalten Cloud User die Möglichkeit, Angebote zu vergleichen und gezielt die für sie passenden Services zu beziehen.“
Maximilian Ahrens, CTO, Deutsche Börse Cloud Exchange: „Auf unserem Marktplatz erhalten Cloud User die Möglichkeit, Angebote zu vergleichen und gezielt die für sie passenden Services zu beziehen.“
Foto: Deutsche Börse

3. Was bietet die Cloud Exchange konkret an?

Angeboten werden Rechenleistung (CPU in sogenannten Performance Units = PUs), Hauptspeicher und StorageStorage. Kunden können sich dazu einen Provider auswählen, Preise vergleichen, Ressourcen in einem zuvor definierten Umfang einkaufen, darauf aufsetzend Virtual Machines konfigurieren und diese aus dem Web-Frontend heraus starten und steuern. Alle Funktionen sind über ein API ansprechbar. Kunden können den Ressourcenverbrauch ständig kontrollieren und gegebenenfalls nachkaufen. Alles zu Storage auf CIO.de

4. Welche Cloud-Provider bieten Leistungen über die DBCE an?

Derzeit lassen sich Ressourcen von folgenden vier eher kleineren Anbietern beziehen:

  • Innovo Cloud GmbH aus Eschborn,

  • Cloud & Heat Technologies GmbH aus Dresden,

  • Darz GmbH, Darmstadt, und

  • Ultimum Technologies aus Prag,

der bislang einzige ausländische Anbieter. Weitere Provider aus dem In- und Ausland sollen folgen. Laut DBCE steht die Aufnahme der französischen Orange-Tochter Cloudwatt bevor.

5. Können auf der Cloud Exchange auch Broker oder Händler Leistungen vermarkten?

Nein, auf der DBCE sind ausschließlich Rechenzentrumsbetreiber zugelassen. Komplexere Broker-Modelle sind bislang nicht vorgesehen.

6. Wie funktioniert der Einkauf von Ressourcen?

Kunden registrieren sich, anschließend kaufen und konfigurieren sie ihren Ressourcenpool. Im Rahmen ihrer "Trade Balance" erwerben sie Kontrakte für Ressourcen - also für CPU, Memory und Storage. In diesem Pool können sie dann ihre Virtual Machines (VMs) starten. Wenn ihr Etat erschöpft ist, wird ihnen eine Warnung angezeigt. Bezahlt wird am Monatsende, danach wird die Trade Balance automatisch zurückgesetzt. Soll das Einkaufslimit verändert werden, hilft der DBCE-Support.

Anders als im Hosting-Business üblich kauft der Kunde also nicht VMs bestimmter Größe mit entsprechend hinterlegten Ressourcen, sondern einen Ressourcenpool, in dem er seine VMs so konfiguriert, wie er sie braucht. So kann er Ressourcen zukaufen oder verändern, ohne dass die VMs beeinträchtigt werden. Um die Konfigurationsarbeit zu erleichtern, bekommt der Kunde ein Menü an die Hand, das ihm hilft, paketierte Ressourcen auszuwählen. Die Variante "Standard-M" beispielsweise besteht aus 4 PUs, 8 GB Memory und 0,05 Terabyte Speicher. Ein Balkendiagramm zeigt an, wie gut der Ressourcenpool in den drei Kategorien CPU, Hauptspeicher und Storage gefüllt ist.