Spionage, Angriffe, hohe Kosten

19 IT-Irrtümer - und was dahinter steckt

29. April 2010
Von  und Dan Tynan
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Ihre Webcam, Ihr Smartphone oder Ihr Mitarbeiter spioniert Sie aus. Sie zahlen zu viel für Ihre Tintenpatronen oder Ihr Handy. Ihr PC vergiftet mit seinen toxischen Flammschutzhemmern die Büroluft. Stimmt das überhaupt? Dan Tynan von unserer Schwesterpublikation PC World gibt Antworten.

Ihr Internet-Provider wacht demnächst über Copyrights

Musik- und Filmproduzenten haben einen neuen Bündnispartner: Wenn Sie demnächst wegen illegaler Downloads verhaftet werden, könnte der Tipp von demjenigen kommen, den Sie für den Internet-Zugang bezahlen.

Musik- und Filmindustrie suchen seit langem nach Möglichkeiten, die Internet-Gesetzgebung zu ihren Gunsten zu verändern. Internet Service Provider (ISP) sollen dabei die der Copyright-Verletzung verdächtigen Bits und Bytes, die durch ihre Leitungen gehen, scannen und blockieren. Staatliche Stellen und Interessensgruppen in den USA und Europa diskutieren darüber, eine Suche nach geschützten Inhalten zuzulassen.

Das geplante und im Falle der Umsetzung völkerrechtlich verbindliche Handelsgesetz Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) sieht vor, dass die ISPs verpflichtet sind, ihr eigenes Netzwerk nach Gesetzesbrechern zu durchforsten. Kritiker des Gesetzes befürchten Regeln, die etwa bei einer geringen Zahl von Verstößen gegen Download-Bestimmungen eine komplette Sperrung des Internet-Zugangs nach sich ziehen.

"Es ist gefährlich, dem Schutz des Copyrights eine so große Macht einzuräumen", kritisiert Wendy Seltzer, Projektmanagerin bei Chilling Effects Clearinghouse. Es sei nicht hinnehmbar, dass eine nicht-staatliche Macht den Internet-Zugang komplett sperren könnte, nur weil jemand seine Rechte verletzt sehe, so Seltzer.