Business-Applikationen

2016 ist das Jahr des Großreinemachens

01. März 2016
Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
In der neuesten Studie "IT-Trends 2016" von Capgemini zeigt sich, dass Unternehmen in diesem Jahr vor allem ihre Anwendungsbestände bereinigen wollen, um Kosten zu senken und Cloud-Ansätze zu adaptieren. Ansonsten geht es in vier der fünf wichtigsten Themen um die IT-Sicherheit.

Für CIOs hat Sicherheit auch in diesem Jahr höchste Bedeutung. Das zeigt die Studie "IT-Trends 2016" vom IT-Beratungshaus Capgemini. Allerdings wurde der hohe Wert des Vorjahrs nicht mehr ganz erreicht, was sowohl mit der subjektiven Wahrnehmung der Bedrohungslage als auch mit dem zunehmenden Reifegrad von Sicherheitslösungen zusammenhängen dürfte. Sicherheit bleibt dennoch ein geschäftskritisches und vor allem auch imagerelevantes Thema.

Die Top-Technologien des Jahres
Die Top-Technologien des Jahres
Foto: everything possible - shutterstock.com

Zweitwichtigster Bereich sind Prozesse. Sie werden seit einigen Jahren anwendungs- und abteilungsübergreifend optimiert, damit Unternehmen durchgängig schneller und flexibler reagieren können. Im Zusammenhang mit der DigitalisierungDigitalisierung rücken die Themen Anwendungen, Daten und Interaktion in den Fokus. Demgegenüber haben IT-Infrastrukturen an Bedeutung verloren, was zeigt, dass sie mehr und mehr zu Commodity werden. Diese Entwicklung wird unter anderem durch den Einsatz von Cloud-Technologien und Self-Service-Angeboten getrieben, die automatisiert abgewickelt werden können. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Die Top-Technologien des Jahres

Capgemini überarbeitet die Liste der abzufragenden Themen in jedem Jahr auf Neue. So wurden sechs Technologien, mit denen mehr als 50 Prozent der Teilnehmer bereits arbeiten oder die sie derzeit implementieren, herausgenommen. Sie sind keine Zukunftstrends mehr, sondern haben sich etabliert. Andere Aspekte, die für viele Branchen Bedeutung haben, wurden hingegen neu aufgenommen. Das Ergebnis ist eine Liste mit 38 Technologien und Methoden aus allen Bereichen der IT - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Wie wichtig sind für Sie folgende Technologiebereiche 2016?
Wie wichtig sind für Sie folgende Technologiebereiche 2016?
Foto: Capgemini

Platz 1: Applikations-Portfolio-Rationalisierung

Das in den Augen der CIOs wichtigste Einzelthema des Jahres 2016 ist die Rationalisierung des Applikationsportfolios. Angesichts des Digitalisierungstrends, der viele neue Anwendungen und Apps hervorbringt, gewinnt dieser Aspekt massiv an Bedeutung. Bei der Rationalisierung des Anwendungsbestand geht zunächst um eine Bestandsaufnahme: Welche Anwendungen laufen im Unternehmen und welche Funktionen decken sie ab? Wo Konzerne 3000 oder 4000 Anwendungen betreiben, ist allein diese Bestandsaufnahme eine Herausforderung. Ziel ist es herauszufinden, welche Funktionen genutzt werden und wo es Überschneidungen gibt.

Passend zum Thema: Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016

Software Defined Infrastructure (SDI) hilft Ihnen IT-Ressourcen kosteneffizienter und flexibler zu nutzen.
Weitere Vorteile und eine Roadmap zur SDI laut IDC erfahren Sie in dieser Studie.

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Solche Bestandsaufnahmen werden häufig im Rahmen von Cloud-Vorhaben vorgenommen, um festzustellen, welche Applikationen mit welchem Aufwand Cloud-fähig gemacht werden können. Während die Migration in die Cloud die Kosten für den Infrastruktur-Betrieb senkt, wird der Aufwand für den Applikationsbetrieb am schnellsten und deutlichsten durch die Transformation des Liefermodells in industrialisierte Strukturen (Managed Services) und Shoring heruntergefahren. Besonders nachhaltig, aber oft mit hohen Investitionen verbunden, ist das Abschalten und Konsolidieren von Anwendungen. Es empfiehlt sich, solche Maßnahmen dort vorzunehmen, wo das Geschäft ohnehin eine Veränderung der Applikationslandschaft erfordert.

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