Ausblick bis 2020

21 Thesen über Folgen der Digitalisierung

03. Mai 2016
Frank Sempert schreibt als Experte zu den Themen Cloud Ecosystem und Big Data/Advanced Analytics. Als Analyst und Berater ist er seit mehr als 10 Jahren (u.a. CEO CE Gartner) tätig, davor war er 20 Jahre CEO und President mehrerer internationaler IT-Unternehmen. Er ist Senior Program Executive Europe der Saugatuck Technology, Inc., einer US IT-Research Firm. Zudem ist er Vorsitzender des Beirates einiger innovativer, Deutschen Software-Unternehmen und engagiert sich in Vereinigungen, wie. z.B. der AmCham oder dem Wirtschaftsrat Deutschland.
Die Prognosen liefern strategische Planungs-Positionen, mit denen Unternehmen durch die turbulenten Gewässer des Business-Computing der kommenden Jahre navigieren können.

Hier finden Sie 21 Strategic Planning Positionen (SPP) für die Jahre 2016 bis 2020. Quelle hierzu ist Saugatuck Technology, dessen sorgfältige Analyse und Wertung ebenso Grundlage dieses Beitrages ist, wie eigene BetrachtungenBetrachtungen des Autors. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Wir haben 21 SSPs zu den Bereichen Digitales Business, Wachsende Trends & Märkte, Business-Anwendungen, Infrastruktur und Analytik sowie Sourcing-Strategien und -Management für Sie zusammengestellt.
Wir haben 21 SSPs zu den Bereichen Digitales Business, Wachsende Trends & Märkte, Business-Anwendungen, Infrastruktur und Analytik sowie Sourcing-Strategien und -Management für Sie zusammengestellt.
Foto: Michelangelus - shutterstock.com

I. Digitales Business

• Bis 2018 wird digitales Business zum Top-3 des strategischen Umdenkens und Priorität für mehr als 70 Prozent der G2000 Unternehmen.

• Bis 2018 entwickelt sich das Zentrum des Digital Business von Seiten der Kundenbindung her. Der Fokus liegt auf Omni-Channel-Marketing in Richtung digitales Engagement von Lieferanten/Partner, neue Monetarisierungs-Plattformen und erweiterte Kundenansprache.

• Bis 2020 bleiben Veränderungen in Geschäftsmodellen, Organisation und Kultur die größten Herausforderungen für Unternehmen, um zu digitalen Geschäftsmodellen zu migrieren.

• Obwohl 65 Prozent der Unternehmen einen CDO (Chief Digital Officer) positionieren, werden aber nur weniger als die Hälfte der Firmen bei Bereitstellung von nachhaltigen Initiativen des digitalen Business erfolgreich sein.

• Bis 2019 werden die Begriffe "Digital Business" und "Internet der Dinge" verblassen und sich zu einem Mainstream-Begriff wie "Business-IT" wandeln.

• Bis 2018 werden mindestens 70 Prozent der IT-Organisationen über keine ausreichende Fähigkeiten verfügen, um digitale Business Initiativen, so wie von den Geschäftseinheiten gefordert, erfüllen zu können.

II. Wachsende Trends & Märkte

• Bis 2018 werden mehr als 50 Prozent der IT-Ausgaben für Cloud-basierte Plattformen, Infrastruktur, Software und Services, budgetiert.

• Bis 2018 werden 75 Prozent der erfolgreichen großen IoT-Implementierungen das Ergebnis neuer öffentlich-privaten Partnerschaften und unabhängigen Industrie-Standards für Interoperabilität sein.

• Bis zum Jahr 2020 werden 80 Prozent der heute in Sicherheits-Software investierten Mittel für Cloud-Security-Services eingesetzt werden.

• Bis 2020 werden Cloud-basierte analytische Services zur Abwehr von Cyber-Angriffen 90 Prozent des On-Prem-Scanning wie Produkte des Sicherheits-Management ersetzen.

• Bis 2018 werden 75 Prozent der standortbezogenen Daten von Unternehmen verwendet und in deren Besitz bleiben. Sie stellen sie nicht Regierungen zur Verfügung und unabhängige Anbieter dürfen sie nicht verwenden.

• Bis 2018 werden APIs die vorherrschende Methode zur Anwendungsintegration sein und von zentraler Bedeutung für alle Anwendungsentwicklungs-Aktivitäten im digitalen Business sein.

III. Business-Anwendungen, Infrastruktur und Analytik

• Bis 2018 werden sich 60 Prozent der Unternehmen auf geschäftskritische Anwendungen in der Cloud verlassen.

• Bis zum Jahr 2020 werden mehr als 50 Prozent der großen Unternehmen entweder ihre Kernfinanz-Systeme ersetzt haben oder sie implementieren eine Finance-Strategie auf Basis umfassender Hybrid-Cloud/On-Prem Architektur.

• In 2018 werden Ecosysteme aus Multiprovider Cloud-Anwendungen Präferenz für 75 Prozent oder mehr der Rip & Replace-Initiativen zur Modernisierung sein.

• Bis 2018 werden mehr als 60 Prozent der Unternehmen mindestens die Hälfte ihrer Infrastruktur und Anwendungen in einer oder mehreren Clouds operieren.

• Bis 2019 wird für mehr als 50 Prozent der Unternehmen das Pendel vom Fokus auf Migrations-Workload zur Cloud, hin zum Management von Service-Levels und Kosten, ausschlagen.

• Im Jahr 2020 werden robuste, prädiktive und kognitive Analysesysteme integraler Bestandteil von mehr als 60 Prozent aller Unternehmens-Softwarelösungen sein.

IV. Sourcing-Strategien und -Management

• Bis zum Jahr 2020 wird sich 50 Prozent der On-Prem-Workloads zur Public Cloud bewegt haben, als Folge wird die Hälfte des traditionellen Datacenter Outsourcing-Marktes eliminiert werden.

• 2018 werden Outsourcing-Services für Personal-intensive Aufgaben durch die weitgehende Automatisierung preislich um mindestens 20 Prozent fallen.

• Bis 2020 werden die digitalen Initiativen der Unternehmen die Anzahl von Service-Verträge erhöhen, was zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Services für Integrations-Funktionen führen wird.

Auswirkungen auf die Märkte

Wie Anfangs dieses Reports erwähnt, repräsentieren diese 21 SPPs einige der wichtigsten Erkenntnisse des Zeitfensters vom Jahr 2016 bis 2020. Offensichtlich wird wohl viel mehr geschehen.

Der kritische Pfad für alle Unternehmen, das betrifft sowohl Anwenderunternehmen und IT-Anbieter, hängt von den Fähigkeiten zur Vorbereitung und des Handelns nach solchen Planungs-Positionen ab, wobei nicht alles sofort umgesetzt werden muss. Die besten Ansätze werden In vielen Fällen Reaktion und Anpassung sein, dem Tempo des technologischen und wirtschaftlichen Wandels folgend.