Kundenfokus

3 wichtige Entwicklungen im Content Management

Mick MacComascaigh ist Research VP bei Gartner und der weltweite Lead Analyst für Web Content Management. Des Weiteren hilft er Organisationen, die "Best Next Experience" für ihre Zielgruppen und ihre individuellen Kunden zu erkennen und zu verwirklichen.
Während die "tektonischen Verschiebungen" durch digitale Lösungen in US-Unternehmen bereits positive Veränderungen verursacht haben, wird die Flutwelle der digitalen Möglichkeiten Zentraleuropa erst 2016 erreichen.

Die zunehmende "seismische Aktivität" auf dem Web-Content-Management (WCM)-Markt ist besonders in den letzten drei Jahren spürbar angestiegen. Der Paradigmenwechsel von einer Web-Strategie zu einem Vorantreiben der digitalen Strategie entspricht der ersten tektonischen Verschiebung. In Gesprächen mit Unternehmensvertretern aus Zentraleuropa herrscht heute immer noch die allgemeine Meinung vor, dass WCM hauptsächlich nur für den Inhalt einer Website verwendet wird.

Die kommende Flutwelle wird dies ändern. Die Notwendigkeit, in diesem Bereich umfangreicher zu denken und zu handeln, steht unmittelbar bevor. Nur so kann das volle Potenzial des WCM ausgeschöpft werden. Die Unternehmen, die ihre Ziele klar definieren, sie durch ihre digitale Strategie unterstützen und WCM erfolgreich umsetzen, werden die Gewinner sein.

Das digitale Erlebnis: Fokus auf Interaktion

Die zweite ausgeprägte Entwicklung im WCM-Markt betrifft die Interaktion mit den Zielgruppen - eine Verlagerung von der statischen Veröffentlichung von einfachen Inhalten hin zu einer interaktiven Kommunikation. Für viele europäische Unternehmen wird es zunehmend wichtiger, der "User Experience" im Rahmen des WCM einen höheren Stellenwert einzuräumen. Das neue einprägsame Erlebnis muss als relevant und wirkungsvoll bei der Zielgruppe wahrgenommen werden.

WCM ist der Kernbestandteil dieser neuen Ausrichtung. Es reicht nicht mehr, mit einer gut gestalteten, statischen Homepage zufrieden sein. Unternehmen müssen bereit und fähig sein, den Kontext aller Interaktionen mit der Zielgruppe zu verstehen und entsprechend zu reagieren.

Außerdem muss diese sogenannte Kontextualisierung vom ersten "Klick" an funktionieren: auch ohne das Wissen jedes einzelnen, der derzeit mit dem Unternehmen in Verbindung tritt, sollten wir Parameter wie das verwendete Gerät, den Kommunikationskanal und vielleicht, ob das Klicken von einem einzelnen Verbraucher kommt oder ob diese Person zu einer größeren Unternehmen gehört, bestimmen können.

Vom "Silo" zur "Lösungslandschaft"

Die dritte Veränderung wird durch die Verschiebung vom "Silo" zur "Lösungslandschaft" bestimmt. Es ist schon schwierig, weit über unsere Fachgebiete hinaus zu agieren und uns für unbekannte Gefahren zu öffnen. Genauso wie man sich vor steigenden Fluten auf höheren Grund in Sicherheit bringt, werden wir vor etlichen Risiken in unserer Lösung geschützt, wenn wir unsere eigenen Erwartungen vom WCM auch auf eine höhere Ebene bringen. Deswegen müssen Unternehmen in Europa WCM als eine Komponente in einer umfassenden, komplexen Lösungslandschaft und nicht mehr als Silo-Technologie betrachten.

Zu diesem Zweck ist es wichtig, diesen herstellergeführten Markt auf Out-of-the-Box-Funktionen zu untersuchen, die noch nicht voll ausgeschöpft sind. Darüber hinaus sollte auch das Potenzial für WCM mit seinen benachbarten, komplementären Technologien auf Möglichkeiten der Anwendungen und Interoperabilität untersucht werden.

WCM als tragender Faktor der digitalen Strategien

Wir befinden uns schon im Digitalen Zeitalter. Wir wissen um die Bedeutung der stärkeren Kommunikation mit Zielgruppen über verschiedene digitale Kanäle. Wir kennen die daraus resultierenden Vorteile, die durch effektivere Interaktionen mit sowohl Einzelpersonen als auch mit denjenigen, die größere Unternehmen repräsentieren, erreicht werden können. Nun wird es Zeit, dass wir diese Entwicklungen begrüßen.

Unsere digitalen Strategien sollten auf unseren stärksten ambitionierten Zielen basieren, und WCM muss dabei eine tragende Rolle einnehmen, um diese Strategien erfolgreich voranzutreiben. Die seismische Aktivität bringt einige Risiken mit sich. Wir sollten allerdings die kommende Flutwelle nicht nur als einen gefährlichen Störfaktor betrachten, sondern als positive Kraft der Verän