Inhouse-Schulungen vorn

4,5 Tage Weiterbildung pro IT-Mitarbeiter

01. August 2011
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Durch Fortbildung wollen Firmen dem Fachkräftemangel entgegensteuern, ihr Image fördern und Innovationen steigern. Das ergab eine von Bitkom beauftragte Studie.

Viereinhalb Tage Weiterbildung im Jahr genießen Beschäftigte in IT- und Telekommunikationsunternehmen im Durchschnitt – so viel Input gibt es deutschlandweit in keiner anderen Branche. „Weiterbildung wird als bedeutender Treiber von InnovationInnovation betrachtet“, heißt es erläuternd in einer gemeinsamen Studie der Personalberater von Kienbaum, des Branchenverbandes Bitkom und des F.A.Z.-Instituts, die diesen Spitzenwert zum Vorschein gebracht hat. Die Studie bestätigt zudem einen positiven Effekt der Weiterbildung für die Gewinnung von Talenten und für die Leistungskultur im Unternehmen. Alles zu Innovation auf CIO.de

Innovation über allem: Die Grafik zeigt, was sich Firmen von der Weiterbildung ihrer Beschäftigten versprechen.
Innovation über allem: Die Grafik zeigt, was sich Firmen von der Weiterbildung ihrer Beschäftigten versprechen.
Foto: Bitkom

In ITK-Firmen gibt es somit fast doppelt so viele Weiterbildungstage wie im branchenumfassenden Gesamtmittel, das bei 2,5 Tagen jährlich liegt. Im Durchschnitt investiert ein Unternehmen jedes Jahr 1500 Euro in die Fortentwicklung eines Beschäftigten. „Die meisten Unternehmen sehen sogar noch eine zunehmende Erfordernis, in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu investieren“, heißt es in der Studie.

Treiber für die Anstrengungen der Branche ist vor allem das Streben nach Innovation im Produktbereich. Laut Studie gibt es kaum nennenswerte Unterschiede zwischen Hardware- und Softwareherstellern, IT-Service-Firmen, Telkos sowie Internetunternehmen. Eine Unwucht besteht allerdings sehr wohl, denn es besteht eine enorme Differenz zwischen den Elefanten der Branche einerseits, kleinen und mittleren Firmen andererseits. "Ist bei den Großen der Branche die Weiterbildung in ein Gesamtkonzept der Personalentwicklung eingebunden, so übernimmt in mittleren und kleineren Betrieben der Geschäftsführer diese Aufgabe und agiert situativ und nach Kassenlage“, so die Studie.

Auch innerhalb der Belegschaft werden signifikante Unterschiede gemacht. So werden 62 Prozent der Mitarbeiter mit Kundenkontakt gefördert, aber nur 16 Prozent der übrigen Beschäftigten. Während mehr als die Hälfte der Mitarbeiter aus Produktion und Service-Bereich weitergebildet werden, gilt das nur für ein Fünftel der Mitarbeiter aus der Administration. Männer werden stärker gefördert als Frauen. Für Fachkräfte (42 Prozent) gibt es mehr Weiterbildung als für Führungskräfte (24 Prozent).

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