Gutes Benehmen mit dem Smartphone

7 Tipps für den Smartphone-Knigge

16.09.2015
Von Michael Kallus und Christina DesMarais
Man ist ständig mit der digitalen Welt verbunden. Und manchmal vergisst man die reale Welt - und dass es immer um die Menschen geht.
Lesen Sie, wann Sie Ihr Smartphone verwenden dürfen und wann besser nicht.
Lesen Sie, wann Sie Ihr Smartphone verwenden dürfen und wann besser nicht.
Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com

Erinnern Sie sich noch? Früher hieß es, die Ellenbogen auf dem Tisch aufzusetzen, das seien wirklich schlechte Manieren. Heute können wir mit unseren mobilen Geräten überall und jederzeit unhöflich sein.

Dabei ist es oft nicht Absicht. Aber weil heute alles so schnell geht und die zwischenmenschlichen Beziehungen oft von Nuancen leben, kann man sich manchmal gar nicht erklären, warum ein bestimmtes Vorgehen irgendwie nicht richtig ist. Lesen Sie die folgenden sieben Benimmregeln von Christina DesMarais von unserer US-Schwesterpublikation PC World, die manche Dinge ins rechte Licht rücken.

1. Nicht präsent sein bei Gesprächen

Haben Sie schon einmal in einem Gespräch mit jemandem vorgetäuscht, man sei wirklich präsent, während man nebenbei sein Handy checkt? Das ist so, als würden Sie ihm sagen: "Jemand anderes oder etwas anderes ist wichtiger, als das, was Sie gerade zu sagen haben."

Wird so ein Verhalten dauerhaft, kann das die Gesprächskultur in Unternehmen nachhaltig schädigen. Manche Unternehmen fordern von ihren Mitarbeitern mit Kundenkontakt, immer empfangsbereit zu sein. Diese Kollegen tragen dann ständig ein mobiles Telefon mit sich. Damit signalisieren sie jedoch ihren Kollegen, dass sie ein Gespräch jederzeit für ein Telefonat unterbrechen würden.

Gegenmittel: Demgegenüber ist es egal, ob ihre SMS "wichtig" ist. Wenn Sie ihm signalisieren wollen, dass er wichtig ist, müssen Sie Ihr Handy zum Schweigen bringen, es verstauen und später überprüfen.

2. Mit dem Handy in einem begrenzten öffentlichen Raum telefonieren

Vielleicht ist es schon zu spät, in diesem Punkt noch etwas empfehlen zu wollen. Denn das Handy-Geschwätz um uns herum in Bussen, Zügen, Restaurants oder anderen geschlossenen öffentlichen Räumen ist schon Alltag.

Warum ist es so schwer zu ertragen, einen Fremden am Telefon sprechen hören? Laut der Los Angeles Times fanden Forscher an der Cornell University heraus, dass es Menschen stark beeinträchtigt, wenn sie ein halbes Gespräch hören. Die Forscher nannten diese Gespräche "Halfalogue" in Anlehnung an einen halben Dialog.

Die Untersuchung zeigte, dass die Studienteilnehmer kaum durch Monologe oder Gespräche abzulenken waren. Halbe Gespräche jedoch lenkten enorm ab und die Punktzahl bei den kognitiven Tests sank. Aus irgendeinem Grund sind unsere Gehirne nicht fähig, eine halbe Konversation auszusteuern. Die Forscher vermuten, es liegt daran, dass man die Redemuster eines Halfalogue nicht so vorhersagen kann wie in normalen Gespräch.

Gegenmittel: Seien Sie nett und gehen Sie nach draußen, um zu telefonieren.

3. Unsozial mit dem Smartphone

Manchmal kann man eine Gruppe von Jugendlichen sehen, die kaum mehr miteinander reden - jeder starrt auf sein Smartphone.

Gegenmittel: Wer Kinder hat, sollte zu Hause klar sein und eine Regel vereinbaren: Keine Geräte am Tisch. Wenn Sie es zulassen, werden einige Kinder nahezu unaufhörlich damit spielen. Essenszeiten sollten der Geselligkeit dienen und um herauszufinden, was los ist im Leben ihrer Lieben, oder? Denken Sie an das alte Sprichwort: "Eine Familie, die zusammen [isst, betet, zeltet, spielt, fügen Sie Ihr eigenes Verb ein], bleibt zusammen."

4. SMS drücken an der Kasse

Menschen, die telefonieren oder SMS tippen, während sie an der Kasse im Supermarkt bezahlen, lassen die Kassiererin warten - und alle in der Schlange. Sind Sie wirklich so mit sich selbst beschäftigt, dass Sie nicht merken, dass sie andere warten lassen?

Gegenmittel: Wenn Sie nah an der Kasse sind, heben Sie nicht ab oder geben kurz Bescheid, dass Sie zurückrufen. Das Telefonat kann zwei Minuten warten, die SMS sowieso. Und Sie haben dann Ruhe.

5. Gehen, während man eine SMS tippt

Es ist schwer zu erklären, was daran so ärgerlich ist, wenn jemand geht und gleichzeitig eine Text-Nachricht tippt. Man hat das Gefühl, man müsste ständig auf sie aufpassen. Jugendliche sind berüchtigt dafür, manche schreiben sogar eine SMS auf dem Fahrrad.

Gegenmittel: Kann man nicht einmal aus dem Auto in ein Geschäft gehen, ohne etwas zu tippen, dann ist etwas falsch an ihrer Idee, mit der digitalen Welt verbunden zu sein. Legen Sie einfach mal das Handy weg und schauen, wie gerade das Wetter ist. Oder was die Leute um Sie herum machen. Auch die physische Welt kann interessant sein.

6. Videos schauen mit Lautsprecher an

Man muss kein großer Psychologe sein, um zu verstehen, wie kognitive Reflexe funktionieren. Der Ton eines Films oder Spiels löst zahlreiche emotionale Reflexe aus, man ist beteiligt - ob man will oder nicht. Fragen Sie mal einen Spieler, wie es ihm ergeht, wenn einer neben ihm genau das Spiel aufdreht, das er auch zuhause spielt.

Gegenmittel: Lautsprecher aus und Kopfhörer aufsetzen. Werden Sie selbst belästigt: Zwischenfragen oder auch offensiv mitspielen, stört intensive Daddler und raubt ihnen schnell die Lust. Auch hilft es manchmal, Schauspieler oder Szenen durch den Kakao zu ziehen.

7. Fotos von ahnungslosen Menschen verteilen

In jedem Smartphone steckt heutzutage eine Kamera. Das verführt dazu, schnell mal jemanden in einer wenig schmeichelhaften Position zu knipsen. Bevor Sie also Ihr SmartphoneSmartphone verwenden, um ihrem betrunkenen Freund aufzunehmen und das Foto auf Facebook zu veröffentlichen, erinnern Sie sich an die Goldene Regel: Behandle andere so, wie Du selbst auch behandelt werden möchtest. Fragen Sie ihn also vorher, am besten wenn er wieder nüchtern ist. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Und nicht jeder auf einem Foto mag mit seinem Namen getaggt werden. Die Algorithmen zur Gesichtserkennung, die Facebook und Google in ihren Netzwerken nutzen, kommen zunehmend auch im öffentlichen Bereich wie Flughäfen zum Einsatz. Warum sollten Sie dazu beitragen, dass diese Technologie andere aus einer Menschenmenge filtern kann?

Gegenmittel: Fragen Sie immer um Erlaubnis, bevor Sie Fotos von Freunden auf ein öffentliches Netzwerk hochladen und bevor Sie sie mit ihrem Namen vertaggen.

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