Worauf IT-ler bei der Auswahl eines Coaches achten sollten

7 Zeichen, dass es Zeit für einen Karriere-Coach ist

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Wer trotz aller Anstrengung beruflich auf der Stelle tritt, dem kann ein Coaching helfen. Ratschläge, wie man einen passenden Coach findet und welche Punkte man im Vorfeld klären sollte.
Wenn es mit der Präsentation der eigenen Vorzüge noch nicht so ganz klappt, kann ein Coach helfen.
Wenn es mit der Präsentation der eigenen Vorzüge noch nicht so ganz klappt, kann ein Coach helfen.
Foto: MEV Verlag

Als Alec Smith seinen Kollegen erzählte, er habe einen Coach angeheuert, winkten die ab. "Schick weiter Bewerbungen raus, das kannst Du doch wohl allein", so die allgemeine Antwort. Smith, derzeit Projekt-Manager mit ERP-, CRM- und EDI-Erfahrung, will CIO werden. Sein Fazit nach dem Gespräch mit den Kollegen: Um sein Ziel zu erreichen, braucht man nicht nur professionelle Unterstützung, sondern erst einmal die Offenheit, diese auch anzunehmen.

Gerade IT-ler, so Karriere-Spezialistin Meridith Levinson von unserer US-Schwesterpublikation cio.com, tun sich häufig schwer bei der Selbstvermarktung. Im naiven Glauben, die fachliche Qualifikation spreche für sich, vergessen sie zum Beispiel, wie wichtig der erste Eindruck beim Vorstellungsgespräch ist.

Laut Levinson gibt es sieben Alarmzeichen dafür, wann sich ein karrierewilliger IT-ler coachen lassen sollte. Das sind:

1. Frust ohne Entrinnen: Ihr Job langweilt und frustriert Sie. Sie haben aber keinen blassen Schimmer, was Sie alternativ tun könnten.

2. Keine Einladung zum Gespräch: Sie suchen bereits nach einer neuen Stelle und verschicken Bewerbung um Bewerbung, aber erfolglos. Niemand bittet Sie zum Vorstellungsgespräch.

3. Kein Talent zur Selbstdarstellung: Sie würden sich ja gern bewerben, aber sobald Sie ein Anschreiben oder einen Lebenslauf formulieren sollen, haben Sie ein Brett vorm Kopf. Außerdem sind Sie nun mal kein begnadeter Selbstdarsteller.

Unterstützung bei der Karriere

4. Viel Arbeit, wenig Karriere: Sie erledigen Ihren Job gut. Sie sind engagiert und tüchtig. Trotzdem rücken Sie auf der Karriereleiter keinen Schritt weiter.

5. Besondere Kennzeichen - keine: Bewerbungs-Profis raten klassischerweise, man solle seine einzigartigen Vorzüge gegenüber den anderen Kandidaten hervorheben. Wenn Sie nicht wissen, ob sie welche haben, fragen Sie einen Coach.

6. Wenig Eigeninitiative: Sie werden von allein nicht aktiv und brauchen jemanden, der Sie - umgangssprachlich ausgedrückt - in den Allerwertesten tritt.

7. Zeit für Nabelschau: Sie wissen, dass Sie Ideen haben und spüren, dass sie neue Denkansätze entwickeln können, brauchen aber einen Profi, der Sie darin systematisch unterstützt.

Stellt sich nur noch die Frage, wie man einen guten Coach findet. Auch da weiß US-Autorin Meridith Levinson Rat. Am Besten sind persönliche Empfehlungen, also sollte man ruhig in seinen Netzwerken nach Tipps fragen. Alternativ kann man sich in Fachmagazinen und Blogs umschauen. Wer sich über das Internet einen Coach sucht, sollte darauf achten, dass dieser einen Chat oder Blog anbietet. Das hilft bei der Einschätzung, ob man von Tonfall und Mentalität her zusammenpasst.

Den Coach nach seinen Kunden und ihren Erfolgen fragen

Wenn ein Coach in die engere Auswahl kommt, sollte man folgende Punkte abklopfen:

1. Ausbildung und Erfahrung sowie Fachgebiet des Coaches

2. Klientel

3. Arbeitsmethode: Manchem Kunden liegt ein strukturiertes Vorgehen, manchem ein intuitives.

4. Zeitrahmen und ROI: Meridith Levinson schreibt, wer "nur" ein Bewerbungstraining braucht, dem sollte der Coach binnen fünf Stunden geholfen haben. Wer auf der Suche nach ganz neuen Perspektiven ist, wird mehr Stunden brauchen. Interessenten sollten sich nicht scheuen, den potenziellen Coach direkt zu fragen, was sie für ihr Geld erwarten können.

Der Coach wird nicht den Traumjob vermitteln

Nicht zuletzt betont die Autorin, wie sehr die Resultate eines Coachings vom Klienten abhängen. Je stärker man bereit ist, an sich zu arbeiten, desto besser die Ergebnisse. Das heißt auch, dass man fähig sein muss, eigene Schwächen zu erkennen und darüber zu sprechen. Oder umgekehrt: Kontroll-Freaks, die sich nicht öffnen können, sind bei jedem Coach fehl am Platz.

Das gilt auch für Menschen, die erwarten, der Coach vermittele ihnen ihren Traumjob. Das wird er nicht tun und das ist auch nicht seine Aufgabe. Er soll den Klienten darin unterstützen, diesen Job selbst zu finden.

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