iPad


Chrome, Rockmelt, Dolphin

8 alternative Browser fürs iPad

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Das iPad eignet sich ideal für Ausflüge ins Web. Der mitgelieferte Browser lässt allerdings durchaus Funktionen vermissen. CIO.de zeigt acht Alternativen, die Safari aufs Altenteil schicken.

Seitdem das iPadiPad auf dem Markt ist, hat Apple zwar einige Änderungen am Safari-Browser vorgenommen, dennoch bevorzugen viele Anwender andere Browser, die sie zum Beispiel auch vom Desktop kennen. Im App-Store gibt es mittlerweile zahlreiche Alternativen, wenn man nach dem Schlagwort "Browser" sucht. Die Installation der neuen Browser ist einfach: Wie bei jeder anderen App erfolgt sie komplett über iTunes oder direkt auf dem Gerät. Die meisten Browser sind kostenlos oder bieten zumindest eine kostenlose Lite-Version. Alles zu iPad auf CIO.de

Chrome

Chrome von Google ist auf dem Desktop einer der beliebtesten Browser. Der Browser ist nicht auf Desktop-Systeme beschränkt, sondern lässt sich auch auf dem iPad und dem iPhone verwenden. Chrome für iPhone und iPad kann man bequem über den App Store herunterladen und installieren. Chrome kann sich mit anderen Installationen des Browsers abgleichen, wenn man sich an einem Google-Konto anmeldet. Die große Adresszeile dient nicht nur der Eingabe von URLs, Nutzer können sie auch zur Suche nach Begriffen nutzen. Eingaben, die keine vollständigen Adressen darstellen, werden automatisch an Google übergeben, Chrome zeigt dann die jeweiligen Ergebnisse an.

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Besonders interessant ist der Browser in Kombination mit einer Desktop-Installation von Chrome. Dann kann man sich am eigenen Google-Konto anmelden und geöffnete Tabs, Lesezeichen und Passwörter zwischen dem Desktop-Browser und dem mobilen Gerät synchronisieren. Der Browser ist angenehm schnell. Zudem unterstützt er leider keine Erweiterungen oder Plugins. Dafür ist die App kostenlos, ein Versuch schadet also nicht.

Firefox

Firefox ermöglicht die Synchronisierung von Einstellungen, Kennwörtern und Favoriten zwischen verschiedenen Geräten, genauso wie Google Chrome.
Firefox ermöglicht die Synchronisierung von Einstellungen, Kennwörtern und Favoriten zwischen verschiedenen Geräten, genauso wie Google Chrome.
Foto: Thomas Joos/Screenshot

Auch Firefox ist als Version für das iPad/iPhone verfügbar. Wie viele Apps, passt sich der Browser an das Endgerät an, auf dem er installiert ist. Sie können Firefox also auf dem iPhone und dem iPad betreiben. Mit Firefox nutzen Sie mehrere Tabs, können Links teilen und Ihre Lesezeichen mit anderen Geräten synchronisieren. Wer Firefox auf dem Desktop nutzt, kann alle Daten zwischen Smartphone/Tablet und PC synchronisieren.

Beim Starten zeigt Firefox häufig verwendete Seiten als Kacheln an.
Beim Starten zeigt Firefox häufig verwendete Seiten als Kacheln an.
Foto: Thomas Joos/Screenshot

Opera Coast

Opera Coast steht für iPhone und iPad zur Verfügung. Die Steuerung mit Gesten beschleunigt die Arbeit mit dem Browser. Seine Daten kann der Browser auch mit iCloud synchronisieren und so auf verschiedenen Geräten aktuell halten. Der Browser bietet eine benutzerfreundliche Oberfläche und ist vor allem für das Anzeigen von Webseiten optimiert. Es gibt wenige Bedienelemente und auch die Adressleiste wird standardmäßig ausgeblendet.

Opera Coast ist vor allem für das Webbrowsen optimiert. Die Oberfläche ist sehr einfach gehalten, unnötige Bereiche werden ausgeblendet.
Opera Coast ist vor allem für das Webbrowsen optimiert. Die Oberfläche ist sehr einfach gehalten, unnötige Bereiche werden ausgeblendet.
Foto: Thomas Joos/Screenshot

TOR VPN-Browser

Wer besonders sicher und anonym auf dem iPhone/iPad surfen will, nimmt den bekannten TOR-Browser. Dieser steht auch für iPhone und iPad zur Verfügung. Der Browser verbindet sich, wie die Desktop-Variante, mit dem TOR-Netzwerk. So lassen sich Internetzugriffe kaum nachverfolgen. Wer keine Werbung erhalten will, muss zur kostenpflichtigen Pro-Version wechseln.

Maxthon

Update: Sicherheitsexperten des polnischen TK-Anbieters Exatel haben herausgefunden, dass der insbesondere in Polen und China beliebte Browser gegen den ausdrücklichen Wunsch sicherheitskritische Nutzerdaten in einer verschlüsselten ZIP-Datei an einen Server in China sendet. Dazu zählen etwa Angaben zu CPU, Betriebssystem und installierte Plugins sowie die Browser-Historie des Nutzers. Maxthon macht aus dieser Praxis keinen Hehl, sondern bezeichnet diese als "User Experience Improvement Program" zur Verbesserung des Produktes, für das sogar ein Opt-Out angeboten werde. Laut Exatel sammelt der Maxthon-Browser jedoch auch nach dem Opt-out noch fleißig Daten und sendet sie nach China.

Maxthon ist ein bekannter Browser im PC-Bereich. Der Browser steht auch für Android, Windows Phone, Linux und Mac OS X zur Verfügung. Daten lassen sich zwischen den einzelnen Geräten synchronisieren. Die Bedienoberfläche ist sehr benutzerfreundlich, und auch Maxthon bietet einen Inkognito-Modus.

Maxthon gehört zu den beliebtesten Browsern für PC und Mac. Die mobile Version ist etwas eingeschränkt, bietet aber dennoch interessante Funktionen, wie den Inkognito-Modus.
Maxthon gehört zu den beliebtesten Browsern für PC und Mac. Die mobile Version ist etwas eingeschränkt, bietet aber dennoch interessante Funktionen, wie den Inkognito-Modus.
Foto: Thomas Joos/Screenshot

Dolphin for iPad/iPhone

Der Dolphin-Browser soll den mitgelieferten Safari-Browser nach Wunsch der Entwickler komplett ersetzen. Das zeigt sich bereits beim Start: Dolphin zeigt eine Auswahl von Webseiten, die für den Nutzer interessant sein können, direkt im Speed-Dial an. Ein Klick auf das entsprechende Icon startet sofort die zugehörige Webseite.

Auch die Browsing-Funktionen des Dolphin-Browsers können überzeugen: Die App unterstützt Tabbed-Browsing, die Adressleiste fungiert zeitgleich als Eingabefeld für Suchen. Besonders clever ist dabei die Gesten-Funktion. Damit lässt sich der Browser über einzelne, aufgemalte Gesten steuern. Das klappt auch für Lesezeichen: Ein gemaltes G öffnet etwa die Webseite von Google. Mit Dolphin Connect synchronisieren Sie Ihre Favoriten zwischen verschiedenen Geräten, zum Beispiel zwischen iPhone und iPad. Die Applikation ist kostenlos im App Store erhältlich.

Dolphin lässt sich auf dem iPhone und dem iPad nutzen.
Dolphin lässt sich auf dem iPhone und dem iPad nutzen.
Foto: Thomas Joos/Screenshot

LastPass

LastPass ist ein Dienst, der die Verwaltung von Passwörtern einfach machen will. Alle Passwörter des Nutzers sind verschlüsselt auf den Servern von Lastpass gespeichert. Auf dem Desktop gibt es für zahlreiche Browser Plugins, über die man Passwörter aus der zentralen Datenbank laden und sie in die jeweilige Webseite einpflegen kann. Da auf dem iPad/iPhone keine Plugins ohne weiteres möglich sind, haben die Macher einen kompletten Browser entwickelt. Mit diesem kann man dann nicht nur auf die Passwörter zugreifen, sondern erhält noch andere Zusatzfunktionen.

Dazu gehören beispielsweise die Tabs, über die man mehrere Webseiten bequem gleichzeitig öffnen kann. Auf Wunsch werden Links zu anderen Domänen direkt ein einem neuen Tab geöffnet. So kann man beispielsweise den Nutzeragenten ändern, so dass sich der Browser wahlweise als iPad Safari, Firefox, Chrome oder IE ausgibt. Ebenfalls praktisch: Der LastPass-Browser ist kostenlos, zudem benötigt man kein Premium-Konto, um vom iPad/iPhone aus auf die eigenen Passwörter zugreifen zu können.

Mit LastPass surfen Sie im Internet und speichern Ihre Kennwörter.
Mit LastPass surfen Sie im Internet und speichern Ihre Kennwörter.
Foto: Thomas Joos/Screenshot

Mercury Web Browser

Wer eine komplette Alternative zu Safari sucht, der findet diese im Mercury Web Browser. Zu den Funktionen gehören unter anderem eine Unterstützung für Themes, den populären Dienst Dropbox oder Multi-Touch-Gesten. Webseiten lassen sich in Tabs öffnen, es ist ein Dateimanager integriert sowie eine Druckfunktion. Formulare werden auf Wunsch automatisch mit zuvor gespeicherten Informationen ausgefüllt, Webseiten lassen sich zudem auf spezielle Stichwörter durchsuchen oder komplett mit allen Bildern abspeichern.

In Mercury werden auch Gesten unterstützt.
In Mercury werden auch Gesten unterstützt.
Foto: Thomas Joos/Screenshot

Clever ist auch der Download-Manager: Drückt man länger auf ein Bild oder einen Link, wird die jeweilige Datei auf das Gerät geladen. Das klappt auch mit mehreren parallelen Downloads, die sich sogar unterbrechen und wiederaufnehmen lassen. Mercury bietet darüber hinaus die Möglichkeit Lesezeichen mit mehreren Geräten zu synchronisieren. Hier unterstützt Mercury auch die Synchronisierung mit Firefox und Chrome. Auch Inkognito-Tabs lassen sich mit dem Browser öffnen. Der Browser unterstützt Erweiterungen und lässt sich dadurch zum Beispiel Mit LastPass verbinden. Auch ein Adblocker ist dabei. Allerdings müssen Sie dazu die kostenpflichtige Version "Mecury Premium" erwerben.

Flipboard

Flipboard ist nicht wirklich ein Browser, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn. Stattdessen kann die App sich mit den Nutzerkonten von Twitter, Facebook und Google Reader verbinden. Anschließend werden alle Informationen der jeweiligen Konten ähnlich einem Magazin aufbereitet. Links werden dabei aufgelöst, die jeweils verlinkten Artikel werden kurz angerissen und lassen sich bei Interesse direkt in Flipboard anzeigen. Die Macher bieten zahlreiche Kategorien an, in der sich viele verschiedene Inhalte finden.

Zudem kann man sich über Twitter verschiedene Stichwörter zusammenstellen und so spezialisierte Themengebiete basteln. Interessante Artikel lassen sich mit einem Stern versehen und so abspeichern. Außerdem können alle Artikel per Twitter weiterempfohlen werden. Flipboard ist eine kostenlose App, die vor allem News-Junkies und Twitter-Süchtigen einen deutlich besseren Überblick über ihre Feeds und Tweets liefert.

Incognito

Nicht immer möchte man, dass andere Nutzer nachvollziehen können, wohin man gesurft ist. Desktop-Browser bieten dafür meist einen sogenannten Private-Modus, der keine Daten und Cookies abspeichert. Google Chrome und andere Browser unterstützen diese Funktion im Übrigen auch.

Das Interface von Incognito ist einfach: Ein Adressfeld und auf der Startseite ein Google-Suchfenster, mehr braucht es nicht. Sobald man mit dem Surfen fertig ist, reicht es, den Browser durch einen Druck auf die Home-Taste zu schließen. Anschließend werden alle Surf-Spuren gelöscht, bei einem Neustart erhält man wieder die Standardansicht.

Mit seinem minimalistischen Interface ist Incognito ein perfektes Beispiel, wie man ein spezielles Problem lösen kann. Die App ist zwar kein kompletter Ersatz für Safari, lässt sich aber wunderbar parallel betreiben.

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