Kommunikation bei der Arbeit

8 Phrasen, die kein Chef hören will

21.07.2016
Von Dave Willmer und
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Einen Satz wie "Die Aufgabe steht nicht in meinem Arbeitsvertrag" sollten Sie Ihrem Chef nicht vor den Latz knallen. Was Sie besser nicht sagen sollten und wie Sie im Arbeitsalltag richtig handeln.
Lesen Sie, was Sie lieber nicht zum Chef sagen.
Lesen Sie, was Sie lieber nicht zum Chef sagen.
Foto: Phovoir - shutterstock.com

Es gibt Sätze, die kein Chef von seinen MitarbeiternMitarbeitern hören möchte. Unsere amerikanische Schwesterpublikation Computerworld stellt acht Phrasen vor, mit denen man es sich garantiert mit den Vorgesetzten verscherzt. Alles zu Karriere auf CIO.de

1. "Ach übrigens, bis morgen wird das Projekt nicht fertig."

Sie sollten Ihren Chef darüber informieren, dass ein Projekt in Schwierigkeiten steckt. Aber Sie tun gut daran, das rechtzeitig zu tun. Warten Sie nicht bis kurz vor der Deadline, sondern geben Sie Ihrem Chef Zeit, eine Lösung zu finden.

2. "Die Aufgabe steht nicht in meinem Arbeitsvertrag."

Beharren Sie nicht darauf. Auch einmal außerhalb Ihres Spezialgebiets einzuspringen, erweitert Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen. Vielleicht ergeben sich so sogar neue Karriere-Möglichkeiten.

3. "Das wollten Sie also? Ups."

Wenn Ihnen die Aufgabenstellung nicht klar ist, fragen Sie unmittelbar nach. Wer gleich zu Beginn kluge Fragen stellt, zeigt, dass er mitdenkt und nicht nur wie ein Roboter Anweisungen befolgt.

Bei Facebook nicht den Vorgesetzten einladen

4. "Dave ist ein Trottel. Bitte tun Sie was gegen ihn."

Mit kleinen zwischenmenschlichen Problemen rennt man nicht zu seinem Chef. Anders ist die Lage, wenn jemand völlig inakzeptabel handelt. Dann sollten Sie Ihren Vorgesetzten informieren.

5. "Ich sag das ungern, aber Tom ist schuld."

Überlassen Sie die Beurteilung der Leistung Ihrem Chef. Wenn es in einem Projekt schlecht läuft, bringen Sie Verbesserungsvorschläge anstatt den Schwarzen Peter an andere zu schieben. Wer andere anschwärzt, bleibt als schlechter Teamarbeiter in Erinnerung.

6. "Wollen Sie mein Freund auf Facebook sein?"

Schlechte Idee, den Chef ins Netzwerk einzuladen. Auch wenn er ja sagt, hat das zur Konsequenz, dass sich ihr Privatleben und ihr Job plötzlich miteinander vermischen. In Umfragen sagt etwa die Hälfte der befragten Chefs, dass sie sich ungern mit ihren Mitarbeitern auf Facebook und Co. vernetzen.

7. "Ich dachte, das müssen Sie nicht wissen."

Wenn Sie sich bei einer Sache nicht sicher sind, ob Sie es nach oben melden sollen, versetzen Sie sich in Ihren Chef: Will er das wissen? Hilft es den Zielen des Teams, wenn über das Thema gesprochen wird? Sagen Sie ihm ruhig auch mal, dass alles gut läuft. Das zeigt, dass Sie alles unter Kontrolle haben.

8. "Überraschung! Ich bin dann mal weg."

Einen Mitarbeiter zu ersetzen, ist zeitaufwendig und teuer. Kein Chef macht das gern. Bevor Sie Hals über Kopf gehen, diskutieren Sie Dinge mit Ihrem Chef, die Sie über einen Weggang nachdenken lassen. Vielleicht lassen sich die Probleme beheben.

Der Autor Dave Willmer ist Executive Director bei der Personalagentur Robert Half Technology.

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Thema: Karriere

Kommentare zum Artikel

Alexander Plath

Auch hier gilt für mich: "Der Ton macht die Musik." und die Beispiele sind ja wunderbar lehrbuchhaft für wenig überlegte Kommunikation. Der Chef ist nun mal ein "Kunde" (oft sogar der Kunde #1 ;-) ...) und damit empfehle ich auch hier, erst die Kundenbrille aufsetzen und dann kommunizieren. Damit lassen sich die eigenen Interessen wesentlich besser durchsetzen. Viel Erfolg mit den Chefs!

Denny

Ich stimme meinem Vorredner zu, man kann fast jeden Punkt wiederlegen. "

8 Phrasen, die kein Chef hören will". Oh oh, da habe ich wohl alles mitgenommen was geht (außer den Facebook-Kram). Klar WILL Chef sowas NICHT hören, ABER manchmal MUSS er das einfach.

Ich mache das auch einfach mal an praktischen Beispielen. Mein Chef ist chaotisch, bipolar gestimmt, handelt unüberlegt, ist entscheidungsunfreudig, neigt zu Ausrastern und hat schon mehrmals gesagt, dass er seinen Job gar nicht machen möchte und nur macht damit er keinen Chef vorgesetzt bekommt der erkennen könnte was er für eine Pfeife ist. Sein Vorgänger hat übrigens vor ihm kapituliert.

Nun zu den Punkten:

1. "Ach übrigens, bis morgen wird das Projekt nicht fertig."
Es passiert immer wieder und leider viel zu oft, dass der Chef Sachen irgendwo verlegt und vergisst. Wenn er dann zwei Tage vor der Angst kommt, obowohl er davon schon seit Wochen und teils Monaten Kenntnis, dann tut es mir nicht einmal leid ihm das an den Kopf zu werfen.

2. "Die Aufgabe steht nicht in meinem Arbeitsvertrag."
Einmal darauf eingelassen, muss man immer wieder mal Dinge erledigen die nicht im Vertrag stehen. Und wenn es dann noch Dinge sind die mehrere Tage in Anspruch nehmen dann bleibt keine Zeit mehr für die vertraglich vereinbarten Aufgaben, für die man dann auch wieder Ärger erhält. Lieber rechtzeitig mal Nein sagen.

3. "Das wollten Sie also? Ups."
Kriegt mein Chef auch regelmässig zu hören. Grund ist ganz einfach gefunden, ich erhalte viel zu wenig Informationen um meine Aufgaben adäquat zu erfüllen. Auf Nachfrage gibt es selten mal eine klare Antwort, meist bin ich dann noch verwirrter als zuvor.

4. "Dave ist ein Trottel. Bitte tun Sie was gegen ihn."
Ja, das sollte nicht so sein, aber der Chef macht es selbst so vor indem er über andere Kollegen herzieht. Aber ich "lebe eh in meiner eigenen Welt" und "mache was ich will"

5. "Ich sag das ungern, aber Tom ist schuld."
Auch das muss manchmal sein wenn keine Lösung gefunden wird. Ich werde ganz sicher nicht die Suppe alleine auslöffeln. Ich habe einen neuen Kollegen und kann nach drei Monaten immer noch nicht auf seine Arbeit vertrauen. Und hier reden wir von sehr einfach vermeidbaren Fehlern, weil man dafür nur richtig lesen muss und nicht mal schnell wischi-waschi machen sollte nur weil Whatsapp wieder eine Nachricht parat hat. Der Kollege sollte mich entlasten aber wenn ich alles nachkontrollieren muss dann bin ich eher noch mehr belastet wie wenn ich alleine arbeite.

6. "Wollen Sie mein Freund auf Facebook sein?"
Richtig, und mein Chef möchte ich nicht einmal auf Xing oder LinkedIn haben. Er hat zwar mal eine Einladung verschickt, war aber zu faul mein Profil direkt einzuladen, stattdessen ging es an die Firmenmailadresse...

7. "Ich dachte, das müssen Sie nicht wissen."
Ja richtig, ist ähnlich wie Nr.3. Außerdem macht es der Chef nicht anders. Und er sollte doch eigentlich das Vorbild für einen Mitarbeiter, oder?

8. "Überraschung! Ich bin dann mal weg."
Wenn es erst soweit gekommen ist, dann hat alles andere wohl nicht funktioniert. Warum sollte man dann diese Elend auch noch verschlimmern. Außerdem gibt es nicht umsonst Kündigungsfristen da muss man nicht noch vorwarnen, bringt sowieso nichts. Ein Kollege geht bald in Frührente und hat ein ganzes Jahr vorher bescheid gegeben. Jetzt sind noch 4 Monate übrig und es hat sich rein gar nichts hinsichtlich Ersatzspieler getan...
Ich hatte meinen Vorgänger übrigens ganze 3 Tage für eine Einarbeitung zur Verfügung, dann war er weg.

Rolf Hermann

Guten Morgen! Jede einzelne Phrase könnte man ganz wunderbar zerlegen.

Ach wissen Sie, ich mach's einfach mal:

1. "Ach übrigens, bis morgen wird das Projekt nicht fertig."
Natürlich ist der Blick auf den Kalender wichtig, um bei Zeitnot auch
Hilfe anzufordern. Frage ist jedoch, wessen Schuld es ist wenn allgemein
ein Klima des Einzelkämpfers herrscht, und man viel an Ansehen verliert
wenn man Dinge nicht allein erledigen kann. Dann versucht man bis zur letzten Sekunde, es allein zu schaffen. Hängt auch häufig von den
Ansichten des Chefs ab. Selbst erlebt: Chef wird dann grundsätzlich
zum Nörgler, weil man seine unrealistischen Terminvorstellungen nicht
einhält.

2. "Die Aufgabe steht nicht in meinem Arbeitsvertrag."
Grundloses Beharren, eventuell sogar aus "Standesdünkel" (ICH koche doch
keinen Kaffee!!!) macht Teamspirit kaputt. Wenn man aber statt
"Everybodys Darling" irgendwann "Everybodys Bitch" wird weil man nicht
Nein sagen kann, ist es zu spät. Fingerspitzengefühl.

3. "Das wollten Sie also? Ups."

Missverständnisse kommen überall vor. Wenn man der Ansicht ist, alles richtig verstanden zu haben, weshalb sollte man einen Grund haben, nachzufragen?

4. abgenickt.

5. Richtig so. Lieber nach Lösungen suchen, als erst mal stundenlang den Schuldigen an den Pranger zu stellen. Typisch deutsches Verhalten übrigens.

6. "Wollen Sie mein Freund auf Facebook sein?"
Meist kein guter Gedanke, Ausnahmen bestätigen die Regel. Hängt aber immer davon ab, wie man zum Chef steht, und wie man selbst mit den sozialen Medien umgeht. Wer gerne zum Kasperkopp neigt, auf facebook alles und jeden kommentiert und gedankenlos Fotos postet, sollte lieber Abstand davon nehmen. Dummerweise fühlen sich diese Deppen geradezu geehrt, wenn der Chef ihnen eine Freundschaftsanfrage schickt...

7. "Ich dachte, das müssen Sie nicht wissen."
Zu situationsabhängig und individuell. Wie Nr. 3: Wenn man der Ansicht ist, alles richtig verstanden zu haben, weshalb sollte man einen Grund haben, nachzufragen? Ständiges Nachfragen könnte auch dazu führen, dass man Sie nicht für entscheidungsfähig hält.

8. "Überraschung! Ich bin dann mal weg."
Manchmal die einzige Lösung, wenn sich aus dem alltäglichen Verhalten und der Entwicklung bis dato erkennen lässt, dass die letzten Wochen die Härtesten sein könnten. Wenn der Chef ein ganz ein Fieser ist, ist von niedersten Aufgaben bis zur totalen Ignoranz und abwertendem Verhalten alles drin. Wenn er es persönlich nimmt: Viel Spaß! Dann lieber wie Punkt 7: "Ich dachte, das müssten Sie nicht wissen."

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