Überforderter Manager und Mitarbeiter

8 Rollen für Führungskräfte

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Digitalisierung führt zu mehr Unsicherheit, höherer Taktung und weniger Planbarkeit bei hohem Veränderungsdruck. Der Berater Lead empfiehlt, sich an Zen-Schülern oder Disk Jockeys zu orientieren.

Wie sich die Schlagworte von volatilen Märkten und Innovationsdruck, Digitalisierung und neuen Geschäftsmodellen auf Führungskräfte auswirken, ist Thema der Studie "Die Haltung entscheidet. Neue Führungspraxis für die digitale Welt". Deren Urheber sind LEAD (Mercator Capacity Building Center for Leadership & Advocacy) in Kooperation mit der Unternehmensberatung Company Companions sowie der School of Public Policy (Central European University, Budapest) und dem Center for Leadership and Values in Society (Universität St. Gallen).

Die Studie ist als explorative Analyse zu verstehen. Die Forscher haben Gespräche mit 31 Top-Managern ebenso aus DAX-Konzernen wie aus Familienunternehmen und Start-Ups geführt. Unter den Befragten finden sich Vorstände wie Gründer.

Die Befragten berichten von "wachsender Unsicherheit bei höherer Taktung". Die Zukunft sei immer weniger planbar, die Veränderungsdruck immer größer. Das überfordere Mitarbeiter wie Unternehmensstrukturen.

Immer mehr Stakeholder wollen mitreden

Darüber hinaus sprechen die Befragten von immer mehr Stakeholdern, die mitreden wollen. Beispielsweise müssen sich Energiekonzerne bei großen Infrastrukturprojekten mit einer kritischen Öffentlichkeit auseinandersetzen und sehen sich unter hohem Legitimationsdruck. Das gilt aber auch für andere Branchen. So sagte eine Managerin aus einem DAX-Konzern: "Es ist nicht mehr möglich, Dinge im stillen Kämmerlein auszuprobieren. Man steht immer im Brennpunkt der Öffentlichkeit."

Einen Ausweg suchen manche Chefs in der Delegation von Entscheidungsgewalt in das Unternehmen hinein. Sie folgen dem Motto "Befähigen statt kommandieren".

Die Studienautoren sehen Führungskräfte vor drei große Herausforderungen gestellt. Sie müssen

1. die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichern

2. mit dem Unternehmen interagieren und

3. die eigene Rolle als Führungskraft gestalten.

Grundsätzlich stellen die Studienautoren fest, dass sich Start-Ups in einer ganz anderen Situation befinden als etablierte Konzerne. Geht es bei Letzteren darum, verkrustete Strukturen aufzubrechen, müssen Erstere zunächst einmal Strukturen schaffen und ein Verständnis für FührungFührung entwickeln und etablieren. Ein Gründer sagte denn auch: "Das Schwierigste ist die Phase, in der man merkt, dass es Strukturen braucht." Alles zu Führung auf CIO.de

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