Wesentlicher Jobmotor

80.000 neue Jobs in der Internet-Wirtschaft

10. Juli 2013
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Die Branche boomt, und es ist kein Ende in Sicht. Sogar im vergleichsweise umsatzschwächsten Internet-Segment erwirtschaftet ein einzelner Mitarbeiter immer noch ein Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt, das den Mittelwert in Deutschland um den Faktor 4 übersteigt.

"Die Internet-Wirtschaft ist nicht nur eine besonders umsatzstarke und stark wachsende Branche in Deutschland, sondern auch ein wesentlicher Jobmotor", heißt es in der Studie "Internet-Wirtschaft 2012 - 2016", die vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco und der Unternehmensberatung Arthur D. Little herausgegeben wurde.

Schon heute arbeiten 210.000 Beschäftigte in der deutschen Internet-Wirtschaft. Für den Zeitraum 2011 bis 2016 rechnen die Studienautoren mit einem weiteren Zuwachs von insgesamt 38 Prozent, das entspricht weiteren 80.000 Arbeitsplätzen. Bis zum Jahr 2016 wird die IndustrieIndustrie knapp 290.000 Mitarbeiter beschäftigen. Dann liegt ihr Umsatz voraussichtlich bei 87,4 Milliarden Euro. Top-Firmen der Branche Industrie

"Über die gesamte Branche erwarten wir einen Zuwachs von über elf Prozent, bei Services und Anwendungen sogar von rund 33 Prozent", kommentiert eco-Geschäftsführer Harald A. Summa die Boom-Zahlen der Internet-Wirtschaft. Für die hohen Zuwachsraten der Internet-Industrie haben die Studienautoren zwei Erklärungen: Zum einen unterscheidet sie sich von den klassischen Industrien durch eine relativ hohe Produktivität, zum anderen durch einen in einigen Segmenten relativ geringen Marktreifegrad. Um Aussagen zur Produktivität zu treffen, wurde für die Studie berechnet, wie viel Umsatz ein einzelner Mitarbeiter durchschnittlich in einem Unternehmen erwirtschaftet. Betrachtet man die gesamte Branche, hat ein Beschäftigter in der Internet-Wirtschaft im Jahr 2011 durchschnittlich 244.000 Euro generiert.

Doch dieser Wert kann je nach Umsatzschwerpunkt stark vom Mittelwert abweichen. Am stärksten ist der Bereich Aggregation und Transaktion (z.B. E-Commerce), in dem ein Mitarbeiter im Schnitt knapp 320.000 Euro erwirtschaftete. Dann folgen Services und Anwendungen (z. B. Hosting und Domains; ca. 207.000 Euro), Netzwerk, Infrastruktur und Betrieb (knapp 206.000 Euro) und Paid Content (z.B. Gaming und E-Publishing; ca. 185.000 Euro). Auch diesen niedrigsten Wert bewerten die Studienautoren im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen als sehr hoch. Er übersteige das durchschnittliche Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ungefähr um den Faktor 4, heißt es.

Wachstumstreiber Cloud Computing

Die Studienautoren prognostizieren, dass sich diese hohe Produktivität der Internet-Wirtschaft in den kommenden Jahren weiter signifikant steigern wird. Dazu werden Wachstumstreiber wie Cloud ComputingCloud Computing beitragen, die sich momentan noch in einer sehr frühen Phase befinden und in den kommenden Jahren voraussichtlich stark professionalisiert und konsolidiert werden. Um jährlich 35 Prozent soll dieser Bereich der Internet-Wirtschaft bis 2016 wachsen. Als weiteren großen Wachstumstreiber nennen die Studienautoren Paid Content. Dort rechnet man mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 15 Prozent pro Jahr und 2016 mit einem Umsatz von mehr als neun Milliarden Euro. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Fünf IT-Trends fördern Boom der Internet-Wirtschaft

Die Studie identifiziert darüber hinaus fünf IT-Trends, die den Internet-Boom ankurbeln:

  1. Das mobile Internet erhöht die Attraktivität von Cloud-Dienstleistungen oder Angeboten wie dem bargeldlosen Bezahlen.

  2. Höhere Datendurchsatzraten befördern vielfältigeren und hochwertigeren Content. Dieser zweite Trend führt dazu, dass sich der Konsum medialer Inhalte ins Internet verlagert.

  3. Die Informationsübermittlung von Maschine zu Maschine bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten von der Fernüberprüfung von Windkraftanlagen bis zur selbststeuernden Heizung in Haushalten.

  4. Mit der zunehmenden Verbreitung von Internet-Diensten gewinnt das Thema Sicherheit immer stärker an Bedeutung.

  5. Fünfter Treiber ist Big Data, da die bei der Internet-Nutzung entstehenden Daten zur Entwicklung völlig neuer Dienstleistungen dienen können.