BPO-Outsourcing der Supply Chain

Accenture und Capgemini vor TCS

28. August 2014
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Marktforscher von HfS haben sich Anbieter für Business Process Outsourcing der Lieferkette angesehen. SCM BPO schreiben sie ein großes Potenzial zu.

Will der Bayer eine komplexe Situation beschreiben, sagt er: "Nix G’wisses woaß ma ned". Weniger handfest drücken sich die Autoren des "HfS Blueprint Report - Supply Chain Management BPO" aus. Sie sprechen von sehr unterschiedlichen Anbietern, definitorischen Herausforderungen und einem veränderlichen Markt.

Für den Report haben die Marktforscher 3200 Daten aus mehr als 200 Supply Chain Management-BPO-Verträgen analysiert. Sie wollten die Anbieter nach den Dimensionen InnovationInnovation und Ausführung bewerten. Das Ergebnis: Alles zu Innovation auf CIO.de

Es gibt einen Winner’s Circle aus den vier Anbietern Accenture, Capgemini, Entercoms und HAVI Global Solutions.

Als High Performer gelten Genpact, Infosys, OnProcess und Wipro.

Weitere Anbieter sind Celestica, EXL, SC Managed Services, TCS, Tech Mahindra und WNS. Diesen schreibt HfS kein Attribut zu.

Ein noch eher verwirrender Markt für SCM BPO

Wer sich mit dem Business Process OutsourcingOutsourcing seines Lieferketten-Managements beschäftigt, braucht Geduld. Die Schwierigkeiten beginnen schon bei der Definition. In der Praxis heißt das: Der Anwender muss genau wissen, was er braucht, und wen er unternehmensintern in die Entscheidung für einen Anbieter einbeziehen will. Die Anbieter wiederum sind aufgefordert, ihre Angebote genau darzustellen. Dafür müssen sich Fachabteilung und Marketing zusammensetzen. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Alle untersuchten Anbieter zeigten denn auch sehr unterschiedliche Profile, so die Analysten. Ihre Stärken und Schwächen lägen etwa beim Order Management oder beim Inventory Management, im After Market Service oder im Transportation Management. Der Markt sei in Bewegung.

Zahlungsmodelle sollen sich ändern

Die Autoren des Reports haben sich angesehen, wie Lieferketten-Management BPO abgerechnet wird. Üblicherweise - nämlich bei 72 Prozent der Verträge - geht das nach Full Time Equivalent (FTE), ein Modell, das Deloitte einmal als "Grandfather of pricing models" bezeichnet hat.

Weitere 14 Prozent rechnen nach Transaktion ab und neun Prozent Projekt-bezogen. Eine Minderheit von fünf Prozent berechnet die Bezahlung nach Performance.

HfS geht davon aus, dass sich die Zahlungsweise in Kürze ändert. Anwender von SCM BPO finden das FTE-Modell nicht mehr angemessen. Sie wollen stärker auf Transaktionsbasierte Abrechnung setzen. Bei einer Bezahlung nach Performance fragen sich die Marktforscher, wie das konkret aussehen soll. Sie sehen Schwierigkeiten bei der Messung des Erfolges. Der Provider trage ein gewisses Risiko.

Markt für BPO des Lieferketten-Managements soll wachsen

Die Marktforscher erwarten eine steigende Nachfrage nach SCM PBO. Nach ihren Berechnungen werden die Anbieter im laufenden Jahr eineinhalb Milliarden US-Dollar in diesem Segment umsetzen. Das ist nach Meinung von HfS leidglich ein halbes Prozent des potenziellen Marktes.

Glaubt man HfS, kann Business Process Outsourcing des Lieferketten-Managements die Kosten um ein Zehntel senken. Schon jetzt gibt es Anwender in verschiedensten Regionen auf der Welt.

Wer sich in diesem beweglichen Markt als Anbieter profilieren will, muss nicht nur seine Leistungen klar und deutliche kommunizieren. Er braucht vor allem gute Referenzen, so die Marktforscher.