Je oller, je doller

Ältere ITler können es besser

31. Mai 2013
Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Eine Studie beweist es: Ältere Software-Entwickler haben mehr drauf als so mancher Jungspund. Vorurteile sollten besser ignoriert werden.

Von Bettina Dobe

Über 35 Jahre alt? Damit gehört man in der IT doch schon zum alten Eisen. Denn, so nur eines der Vorurteile gegenüber reiferen ITlern, sie seien zu unflexibel und kämen mit Neuerungen nicht mehr mit. Jeder vierte ITler mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung erfährt diese Altersdiskriminierung am eigenen Leib. Dabei sind die Vorurteile vollkommener Blödsinn, wie eine US-Studie beweist. Vor allem bei der Software-Entwicklung haben ältere Semester die Nase vorn.

Programmier-Veteranen haben Vorteile

Alt versus Jung? Die Vorurteile gegenüber Älteren sind dank einer US-Studie widerlegt.
Alt versus Jung? Die Vorurteile gegenüber Älteren sind dank einer US-Studie widerlegt.
Foto: Kzenon - Fotolia.com

Gerade im Software-Bereich werden Entwickler mit einigen Semestern mehr auf dem Buckel oft nicht ernst genommen. Diesem Vorurteil wollten die Forscher an der North Carolina State University auf den Grund gehen: "Wir wollten herausfinden, ob ältere Programmierer mit den Neuerungen in diesem Bereich Schritt halten können", erklärt Studienleiter Dr. Emerson Murphy-Hill. "Wir haben herausgefunden, dass Programmierveteranen in einigen Fällen sogar einen leichten Vorteil haben."

Dieses Ergebnis dürfte nicht überraschen: Schließlich haben schon mehrere Studien bewiesen, dass ältere Mitarbeiter mindestens genauso lernbereit sind wie jüngere. Im Gegenteil, ältere Angestellte sind flexibler und Neuerungen mehr aufgeschlossen als jüngere. Trotzdem halten sich die Vorurteile hartnäckig.

Auf der Programmier-Seite StackOverflow.com, auf der Programmierer Fragen und Antworten zu Software-Problemen erörtern können, wurden ältere Programmierer für ihre Fragen und Antworten viel besser bewertet als jüngere Teilnehmer. Die Forscher fanden heraus, dass die Programmier-Reputation bis in die 40er Jahre stetig zunahm. Für die Wissenschaftler war nicht der 35. Geburtstag die magische Grenze, sondern die 37. Um auch tatsächlich herauszufinden, ob Programmierer mit neuen Technologie-Standards mithalten können, sahen sich die Forscher nur Fragen über Technologien an, die erst seit weniger als zehn Jahren auf dem Markt sind.

Besser oder gleich gut

Das Ergebnis: Bei iOS und Windows Phone 7 schnitten die über-37-Jährigen deutlich besser ab. Sie konnten bei StackOverflow deutlich mehr Fragen beantworten als ihre jüngeren Gegenstücke und wurden deutlich besser bewertet. Bei jeder anderen Technologie, von Django bis Silverlight, konnten die Forscher keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Altersgruppen entdecken. Das heißt, dass Jüngere nicht besser abschnitten. Dabei müssten sie doch eigentlich die Älteren deutlich überholen.

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