Generation 50 plus

Ältere Kollegen nicht öfter, aber länger krank

21. Dezember 2009
Von Nicolas Zeitler
Die meisten Chefs glauben nicht, dass ältere Angestellte langsamer arbeiten oder weniger motiviert sind. Einige finden allerdings, über 50-Jährige sollten Neuerungen gegenüber offener sein.

Mitarbeiter über 50 haben in Firmen gar keinen so schlechten Ruf wie oft angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in einer Umfrage unter rund 1350 Personalleitern und Geschäftsführern von Industrieunternehmen.

Die Meinungen über Arbeitnehmer über 50 sind besser als oft vermutet.
Die Meinungen über Arbeitnehmer über 50 sind besser als oft vermutet.
Foto: IW Köln

Dass Ältere weniger produktiv sind, weil sie sich weniger einsetzen, glaubt demnach nur eine Minderheit von siebeneinhalb Prozent der Befragten. Und dem Verdacht, dass sie aufgrund mangelnden Interesses weniger arbeiten, sind die über 50-Jährigen nur in jedem zehnten Betrieb ausgesetzt.

Die Mehrheit stimmte vorgegebenen Negativaussagen über Ältere nicht zu. Jeweils zwischen 24 und 27 Prozent der Personaler und Chefs bejahten Antwortmöglichkeiten wie "Ältere verabschieden sich innerlich, weil sie selbst nicht mehr richtig wollen", Weiterbildung für diese Gruppe lohne sich nicht oder Ältere arbeiteten zu langsam. Wenn ältere Mitarbeiter im Beruf einen Gang zurückschalten, liegt das nach Meinung von gut einem Drittel der Befragten daran, dass sie im Betrieb zu wenig gefördert werden.

Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab an, dass ältere Mitarbeiter seltener krank seien als Jüngere. Wenn sie erkranken, fehlen sie indes nach Ansicht von 44 Prozent der Befragten länger als der Durchschnitt der Angestellten. Das entspricht Studienleiter Oliver Stettes vom IW zufolge den Befunden von Krankenkassen.