Online-Riese trotzt China-Abschwung

Alibaba wächst weiter kräftig

28. Oktober 2015
Die Wirtschaft in China legt längst nicht mehr so rasant zu wie noch vor Jahren. Das müsste sich eigentlich auch in der Bilanz des chinesischen Handelsriesen Alibaba niederschlagen. Doch die Zahlen von Vorstandschef Daniel Zhang sind weiterhin beeindruckend.

Die chinesische Online-Handelsplattform Alibaba wächst trotz der jüngsten Wirtschaftsschwäche im Heimatmarkt überraschend kräftig. Im Geschäftsquartal bis Ende September kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf 22,2 Milliarden Yuan (rund 3,2 Milliarden Euro) und damit deutlich stärker als Experten erwartet hatten. Zudem meldete der Amazon-Rivale am Dienstag (PDF-Link) einen Anstieg des bereinigten Gewinns um 36 Prozent auf umgerechnet 1,3 Milliarden Euro.

Chinazentrale von Alibaba in Hangzhou
Chinazentrale von Alibaba in Hangzhou
Foto: Alibaba

Ganz entziehen konnte sich der E-Commerce-Gigant dem Abschwung in China allerdings nicht. Der Wert aller Waren, die Alibaba in den vergangenen drei Monaten auf seinen Internetportalen verkaufte, stieg nur noch um 28 Prozent zum Vorjahr auf umgerechnet etwa 101 Milliarden Euro. Das war der schwächste Zuwachs seit drei Jahren. Im Vorquartal hatte das Plus bei 34 Prozent gelegen und im vergangenen Jahr war das Wachstum im Schnitt noch deutlich höher gewesen.

Vorstandschef Daniel Zhang zeigte sich trotzdem zufrieden: "Es war ein großartiges Quartal für Alibaba mit starkem Wachstum über alle Bereiche hinweg". Vor allem das unter den großen Online-Händlern umkämpfte Geschäft mit mobilen Anwendungen habe sich gut entwickelt. Bei Anlegern kamen die Zahlen gut an. Die seit etwas mehr als einem Jahr an der New Yorker Börse notierten Aktien starteten mit einem Plus von mehr als sieben Prozent in den US-Handel.

Anglela Merkel und Alibaba-Chef Jack Ma bei der Eröffnung der CeBIT 2015
Anglela Merkel und Alibaba-Chef Jack Ma bei der Eröffnung der CeBIT 2015
Foto: Deutsche Messe

Alibaba ist die unangefochtene Nummer Eins im boomenden chinesischen E-Commerce-Markt und erreichte am Dienstag dank der positiven Marktreaktion auf den Quartalsbericht erstmals seit längerem wieder einen Börsenwert von mehr als 200 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der US-Wettbewerber Ebay wurde zuletzt mit knapp 35 Milliarden Dollar gehandelt. Branchenführer Amazon wird mit etwa 285 Milliarden allerdings noch deutlich höher bewertet.

Zu den großen Handelsplätzen von Alibaba gehören die Plattformen Taobao, Tmall und Juhuasuan. Der 1999 vom ehemaligen Englischlehrer und heutigen Multimilliardär und Starunternehmer Jack Ma gegründete Konzern hatte im September 2014 den größten Börsengang aller Zeiten an der New York Stock Exchange gestemmt. Beim Aktiendebüt waren rund 25 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt worden. (dpa/tc)

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