Stand von E-Government in der EU

Alles eine Frage von Standards

23. August 2007
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Die EU-Kommission hat mit dem European Interoperability Framework (EIF) einen organisatorischen Rahmen geschaffen, um den Datenaustausch zwischen den Verwaltungen in der EU zu fördern. Dabei soll die Verwendung gemeinsamer Standards die Zusammenarbeit erleichtern. Das wird jedoch zum Teil kontrovers diskutiert. Speziell beim Austausch von Office-Dokumenten sollen Behörden mehrere Format-Standards parallel einsetzen. Dafür sprechen sich die Marktforscher von Gartner in einem von der EU-Kommission beauftragten Bericht aus.
Primäres Ziel von EIF ist es, den elektronischen Datenaustausch zwischen Verwaltungen in den einzelnen EU-Staaten zu verbessern.
Primäres Ziel von EIF ist es, den elektronischen Datenaustausch zwischen Verwaltungen in den einzelnen EU-Staaten zu verbessern.

Europa wächst mehr und mehr zusammen. Doch nach wie vor hakt es, wenn Verwaltungen einzelner EU-Länder Informationen und Daten elektronisch miteinander austauschen wollen. Oft ist dann an einer unsichtbaren Grenze Schluss. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu steigern, benötigt Europa jedoch grenzübergreifende Behördendienste.

Interoperabilität mal drei

Die Interoperabilität zwischen den Verwaltungen in der EU soll dabei auf technischer, semantischer und organisatorischer Ebene hergestellt werden. Bei der technischen Interoperabilität kommunizieren und kooperieren verschiedene zum Teil heterogene E-Government-Systeme auf Basis standardisierter Schnittstellen sowie Meta-Daten, Dokumenten-Formaten und Kommunikationsprotokollen miteinander.

Semantische Interoperabilität bedeutet, dass Daten-Strukturen und Interpretationen von Informationen und Daten aufeinander abgestimmt sind. So wird ein gemeinsames Verständnis aufgebaut und eine übergreifende Bearbeitung von Dienstleistungen erst möglich. Zum Beispiel kann je nach Land bei Bestell-Prozessen die Bedeutung des Begriffes ”Preis” variieren. In einem Land bedeutet es Preis pro Stück, in einem andern ist der Gesamtpreis gemeint.

Bei der organisatorischen Interoperabilität wiederum werden übergreifende Geschäftsprozess-Modelle und IT-Architekturen aufeinander abgestimmt sowie mit organisatorischen Zielen vereinbar gemacht.