Deutschland-Geschäft

Allianz erwartet Ende des Kundenschwunds

27. November 2014
Europas größter Versicherer Allianz rechnet auf seinem deutschen Heimatmarkt in diesem Jahr mit einem Ende des Kundenschwunds.

"Ich gehe davon aus, dass wir im laufenden Jahr ungefähr die Nulllinie erreichen werden in der Schaden- und Unfallversicherung", sagte der Chef der Allianz Deutschland AGAllianz Deutschland AG, Markus Rieß, der "Börsen-Zeitung" (Donnerstag). "In der gesamten Allianz Deutschland sollten wir sogar einen Kundenzuwachs haben." Genaue Zahlen erwartet Rieß allerdings erst für Mitte 2015. Top-500-Firmenprofil für Allianz Deutschland AG

In den vergangenen Jahren hatte die Allianz in der deutschen Schaden- und Unfallversicherung zunehmend Kunden verloren. In der Kfz-Versicherung musste der Konzern seine Führungsrolle an die Huk Coburg abgeben. Je nach Verlauf der laufenden Wechselrunde könne der Kundenschwund nun auch bei den Autoversicherungen ein Ende finden, sagte Rieß. In den vergangenen Jahren war Gesamtzahl der Privatkunden der Allianz Deutschland auf rund 20 Millionen gesunken.

Künftig will das Unternehmen den Abschluss zahlreicher Versicherungsprodukte auch direkt im Internet möglich machen und mit dem Geschäft der Vertreter verknüpfen. Auf die Kfz-Versicherung folgten die Hausrat- und Risikolebenspolicen, danach sämtliche Privatschutzversicherungen, sagte Rieß. Die wichtigsten Vertragsarten will er bis 2016, die übrigen bis 2018 online stellen. Die Vertriebskanäle sollen miteinander kombinierbar sein. Viele Menschen recherchierten zwar konkrete Angebote im Internet, wollten Verträge aber bei einem Allianz-Vertreter abschließen.

Um Kunden zu gewinnen und an den Konzern zu binden, will Rieß weitere Millionen in den Ausbau des bisher kleinen Online-Geschäfts stecken. Für die Jahre 2014 bis 2016 habe das Unternehmen 100 Millionen Euro für den Umbau bereitgestellt, sagte er. Für 2015 bis 2017 kämen nun weitere 80 bis 100 Millionen Euro hinzu. (dpa/rs)

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