Breite Aufgaben, kaum Überstunden

Als IT-Profi im Mittelstand

25. Juni 2014
Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Mittelständische Firmen gelten als solide. Wer dort arbeitet, setzt auf Beständigkeit, geregelte Arbeitszeiten und interessante Aufgaben. Wir haben unter anderem einen CIO und einen Berater gefragt, warum sie sich für einen Mittelständler entschieden haben.

Der Mittelstand gilt als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Ingenieure und Maschinenbauer sind dort genauso gefragt wie Informatiker und IT-Experten. Manche Firmen sind zwar am Rand der großen Ballungsräume angesiedelt, doch gute Karriereperspektiven und internationale ProjekteProjekte warten auch dort. Alles zu Projekte auf CIO.de

Frank Nittka, CIO des Wasserfilterherstellers Brita: ""Wir suchen keine ausgemachten Spezialisten, sondern erwarten von unseren Mitarbeitern breit gefächertes Wissen."
Frank Nittka, CIO des Wasserfilterherstellers Brita: ""Wir suchen keine ausgemachten Spezialisten, sondern erwarten von unseren Mitarbeitern breit gefächertes Wissen."
Foto: Brita

Als sich Frank Nittka vor zehn Jahren für Brita als neuen Arbeitgeber entschied, beschäftigte das Unternehmen in Taunusstein bei Wiesbaden noch deutlich weniger Mitarbeiter als heute. Die IT-Abteilung umfasste anfangs 15 IT-Spezialisten, heute arbeiten doppelt so viele dort und jedes Jahr kommen neue dazu. "Brita war damals im Umbruch. Vieles war noch relativ informell geregelt. Mir bot sich damit die Chance, eine professionelle IT sozusagen auf der grünen Wiese aufzubauen." Für den promovierten Wirtschaftsinformatiker mit einem Maschinenbau- und Betriebswirtschaftsstudium war das eine reizvolle Aufgabe und ein attraktiver Karriereschritt zugleich, heute ziert der Titel "Director Group IT" seine Visitenkarte. Brita beschäftigt weltweit rund 1.100 Mitarbeiter und erwirtschaftet 80 Prozent seines Umsatzes im internationalen Geschäftsumfeld.

Brita: Studium muss nicht sein

Wer für die IT-Abteilung des Familienunternehmen arbeiten möchte, sollte idealerweise Berufserfahrung, eine fundierte sowie breit angelegte Ausbildung mitbringen und Spaß am strukturierten Arbeiten haben. "Wir suchen keine ausgemachten Spezialisten, sondern erwarten von unseren Mitarbeitern breit gefächertes Wissen", erklärt CIO Nittka und ergänzt: "Allerdings muss es nicht unbedingt ein akademischer Hintergrund sein." Beim Wasserfilterhersteller Brita arbeiten auch viele Quereinsteiger, die mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung punkten. Seit zwei Jahren bildet Brita auch in den IT-Berufen aus. Dass solides Wissen gefragt ist, hat ganz praktische Gründe, denn im Team von Nittka sind nur wenige Positionen doppelt besetzt. Geht ein Kollege in Urlaub, übernimmt ein anderer dessen Aufgabengebiet.

Viele Bewerber kommen aus Wiesbaden oder der Rhein-Main-Region und möchten auch dort bleiben. "Wir sind ein bodenständiges Unternehmen. Taunusstein und Umgebung bieten gerade Familien noch bezahlbaren Wohnraum", weiß Nittka. Doch auch junge Kollegen fühlten sich wegen der Nähe zu Wiesbaden, Mainz und Frankfurt wohl. "Die Fluktuation ist gering."

Mit der internationalen Ausrichtung von Brita warten in Taunusstein auch weltweite Einsätze auf die dortigen IT-Spezialisten. "Wir sind nicht ständig im Ausland unterwegs, doch mit dem SAP-Rollout oder länderübergreifenden Infrastruktur-Themen gibt es regelmäßig internationale Projekte", erläutert CIO Nittka. Auch wenn Brita mit über 1000 Mitarbeitern zum gehobenen Mittelstand zählt, gibt es noch genügend Freiräume und Entwicklungschancen. "Hier kann ich wirklich etwas bewegen", so der CIO. "Mir gefallen die Überschaubarkeit, die flachen Hierarchien und kurzen Wege." Auch die fachliche Weiterqualifikation seiner Mitarbeiter ist ihm wichtig. "Neue Kollegen übernehmen schnell Verantwortung, denn wir stellen niemand auf Vorrat ein. Jeder Neue wird vom Team schon erwartet und schnell ins Tagesgeschäft und anspruchsvolle Projekte eingebunden."