Dynamic Perspective, Firefly und Mayday

Amazon Fire Phone im Praxistest

14. Oktober 2014
Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
Amazons erstes Smartphone Fire Phone will durch spezielle Features beeindrucken. Kameras erkennen die Lage und das Gesicht für 3D-Ansichten, Firefly identifiziert Produkte mit direktem Shop-Link. Doch sind diese Funktionen im täglichen Gebrauch auch hilfreich? Wir haben den Test gemacht.

Das Ansinnen Amazons mit dem Fire Phone ist klar: Der Kauf von Produkten im eigenen Shop soll damit zusätzlich angekurbelt werden. Bei Besitzern von Kindle-Produkten und Fire-Tablets ist dies AmazonAmazon auch gelungen. Doch ob ein Amazon-Smartphone ebenfalls den Konsum im eigenen Shop ankurbelt ist fraglich, schließlich gibt es schon Amazon-Apps für jede Plattform. Alles zu Amazon auf CIO.de

Als Kaufanreiz stellt Amazon somit nicht die Integration des eigenen Shops in den Vordergrund, sondern lockt mit ganz anderen Features. Vier Kameras in der Gehäusefront beobachten das Gesicht des Nutzers und zeigen je nach Blickwinkel unterschiedliche Informationen an. Und natürlich gibt es diverse 3D-Effekte beim Schwenken des SmartphonesSmartphones oder beim Bewegen des Kopfes. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Dimensionen: Amazon setzt wie das iPhone 6 auf einen 4,7-Zoll-Bildschirm. In den Ecken des Fire Phones sehen Sie die Kameras für die Lageerkennung.
Dimensionen: Amazon setzt wie das iPhone 6 auf einen 4,7-Zoll-Bildschirm. In den Ecken des Fire Phones sehen Sie die Kameras für die Lageerkennung.
Foto: Christian Vilsbeck

Und noch praktischer soll die auf Knopfdruck verfügbare Funktion Firefly sein. Das Smartphone identifiziert Gegenstände, Bücher, Barcodes, Adressen, Musik, Filme und mehr. Mit dieser Funktion wird natürlich geschickt der Bogen hin zum eigenen Shop gespannt. Denn erkennt das Fire Phone ein Produkt, so gibt es gleich die Kaufoption im Amazon-Shop. Natürlich sind auch die üblichen Amazon-Dienste nahtlos in das Fire Phone integriert. So erhält ein Käufer bis zum 31. Dezember 2014 ein Jahr Amazon Prime kostenlos dazu.

Beim Lesen der Features und Spezifikationen klingt das Amazon Fire Phone mit seinem 4,7-Zoll-Display somit sehr spannend. Im Praxiseinsatz relativiert sich allerdings einiges.

Design und Haptik: Altbacken, aber hohe Qualität

Smartphones können noch so gute Features und technische Spezifikationen haben: stimmt das Design und die Haptik nicht, dann wird es schwer. Und hier muss das Amazon Fire Phone gleich mal eine große Hürde überwinden.

Fast unisono machte das Fire Phone bei den Kollegen in der Redaktion beim ersten Kontakt einen etwas "altbackenen" Eindruck im Design. Außerdem war es den meisten Testprobanden zu klobig und zu schwer. Design ist natürlich Geschmackssache, aber wirklich modern im Vergleich zu einem AppleApple iPhoneiPhone 6, Samsung Galaxy Alpha oder LG G3 wirkt das Fire Phone nicht. Mit einem Gewicht von 160 Gramm liegt es auch tatsächlich "schwer" in der Hand - wer Geräte wie ein iPhone 5 mit 112 Gramm gewohnt ist oder andere 4,7-Zoll-Smartphones wie das iPhone 6 mit 129 Gramm und Galaxy Alpha mit 114 Gramm einmal hielt. Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu iPhone auf CIO.de