Enttäuschte Anleger

Amazon wächst Börsianern zu langsam

31. Januar 2014
Amazon ist der führende Online-Händler und wird beständig größer. Manchem Anleger geht es dabei aber nicht schnell genug voran. Zudem zehren die Versandkosten für Premium-Kunden an den Gewinnen. Nach der Vorlage der aktuellen Geschäftszahlen sackte der Börsenkurs ab.

Das Wachstum beim weltgrößten Online-Händler AmazonAmazon hat sich im wichtigen Weihnachtsgeschäft verlangsamt. Das Unternehmen steigerte den Quartalsumsatz zwar um 20 Prozent auf 25,6 Milliarden Dollar (18,9 Mrd Euro). Das war jedoch ein schwächerer Zuwachs im restlichen Jahr war dies jedoch schwach. Der Gewinn verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 239 Millionen Dollar. Die Anleger waren dennoch enttäuscht und ließen die Aktie nachbörslich um knapp fünf Prozent fallen. Alles zu Amazon auf CIO.de

Das Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft ist besonders wichtig für Einzelhändler. Im Fall von Amazon steht es für ein Drittel des gesamten Jahresumsatzes und fast den gesamten Gewinn.

Dass der Gewinn bei Amazon angesichts des hohen Umsatzes so mager ausfällt, liegt an den hohen Investitionen, die Konzernchef Jeff Bezos in neue Produkte wie den Tablet-Computer Kindle Fire oder in Versandzentren macht. Er will zunächst Marktanteile gewinnen und später verdienen. Im Jahr 2012 hatte Amazon sogar einen Verlust von 39 Millionen Dollar in Kauf genommen, für 2013 wies das Unternehmen insgesamt einen Gewinn von 274 Millionen Dollar aus.

Unterdessen muss Amazon wohl bei einem wichtigen Instrument zur Kundenbindung Korrekturen vornehmen: Das Programm Amazon Prime, bei dem für eine Jahresgebühr beschleunigt und kostenlos geliefert wird, wird allmählich zu teuer. In den USA könnte die Gebühr von derzeit 79 Dollar pro Jahr um 20 oder 40 Dollar angehoben werden, erklärte Finanzchef Tom Szkutak. Grund sei der Anstieg der Treibstoff- und Transport-Kosten seit dem Start des Programms vor neun Jahren.

Mittlerweile arbeiten weltweit mehr als 117.000 Menschen für Amazon, dabei sind befristete Beschäftigte und Leiharbeiter noch nicht einmal mitgezählt. Vor einem Jahr waren es erst gut 88.000 Leute. In deutschen Versandzentren gibt es einen Tarifstreit, der mehrfach zu Streiks führte.

Zu den größten Rivalen von Amazon zählen der Internet-Handelsspezialist Ebay und der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart. Im Heimatmarkt USA buhlen Amazon und Ebay mit einer Lieferung binnen einer Stunde oder einer Sonntagszustellung um die Gunst der Kunden. (dpa/rs)

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