Eigene Kinofilme

Amazon will Hollywood Konkurrenz machen

20. Januar 2015
Das musste kommen: Nach TV-Serien packt Amazon auch die Produktion von Kinofilmen an. Dabei will der Online-Händler das Zeitfenster zwischen Kinodebüt und dem Erscheinen auf einem Fernsehbildschirm drastisch verkürzen.

Nach dem erfolgreichen Ausflug in die Welt der Fernsehserien will Amazon auch Hollywood herausfordern. Der Online-Händler wird eigene Kinofilme produzieren und fremde Streifen dazukaufen, wie Amazon am Montag ankündigte. Sie sollen bereits vier bis acht Wochen nach der Premiere im Filmtheater in Amazons hauseigenem Video-Streamingdienst "Prime Instant Video" gezeigt werden, hieß es. Heute vergeht meist rund ein halbes Jahr, bis Kinofilme auf Video erscheinen. Das Zeitfenster ist aber auch schon in vielen Fällen kürzer als früher.

Amazon will künftig auch Kinofilme schneller als bisher via Streaming bereitstellen.
Amazon will künftig auch Kinofilme schneller als bisher via Streaming bereitstellen.
Foto: Amazon.com

Amazon dreht bereits eigene Fernsehsendungen, vor wenigen Tagen gewann die Serie "Transparent" einen Golden Globe. Als Coup wird die erste Fernsehserie von Woody Allen im Amazon-Angebot zu sehen sein. Auch der Streaming-Dienst Netflix setzt auf Eigenproduktionen und dreht unter anderem vier Filme mit Adam Sandler sowie eine Fortsetzung des Kampfkunst-Streifens "Tiger & Dragon". Dieser Film soll gleichzeitig ins Kino und und ins Netflix-Angebot kommen. Deswegen wollten ihn einige amerikanische Filmtheater nicht zeigen.

Beim Streaming werden Videos direkt aus dem Netz abgespielt. Dienste wie Netflix und Amazon lassen sich den Zugang mit einer Gebühr vergüten. Sie haben bereit das Serien-Geschäft verändert, indem sie im Gegensatz zu Fernsehsendern ganze neue Staffeln auf einmal verfügbar machten.

Amazon will ein Dutzend Filme pro Jahr zu den Zuschauern bringen. Das Budget solle zwischen 5 und 25 Millionen US-Dollar liegen, berichtete das Branchenblatt "Variety". Bei diesem Rahmen braucht sich Hollywood keine Sorgen um neue Konkurrenz bei teuren Action-Blockbustern zu machen. Allerdings bedeutet jeder Neuankömmling in dem Geschäft verstärkten Wettbewerb um die Kinosäle. (dpa/tc)

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite