4 Preismodelle von A.T. Kearney

Anwender sollen fürs Web zahlen

31. Januar 2011
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
A.T. Kearney will Internet-User stärker zur Kasse bitten. Nur so lasse sich verhindern, dass das World Wide Web an der Fülle seiner Inhalte kollabiert, meinen die Unternehmensberater. In jedem Fall seien massive Investitionen in die Netze unumgänglich.
Bequem und günstig: Im Internet gibt es keine Maut. Das müsse sich schleunigst ändern, finden die Berater von A.T. Kearney.
Bequem und günstig: Im Internet gibt es keine Maut. Das müsse sich schleunigst ändern, finden die Berater von A.T. Kearney.
Foto: Dash - Fotolia.com

Nichts ist so billig wie die Nutzung des Internets. Über das World Wide Web kann sich jeder nach Gusto und Bedarf mit Informationen versorgen, Geschäfte lassen sich im Netz ebenfalls prima abwickeln. Und das alles kostet beinahe nichts, die Bereitstellungskosten fallen weder für Endverbraucher noch für Firmen nennenswert ins Gewicht. Schöne digitale Welt also? Mitnichten, warnen die Unternehmensberater von A.T. Kearney. Lange gehe dieser Modus Vivendi nicht mehr gut, wenn das Web nicht an seiner explodierenden Menge an Inhalten ersticken soll.

Die Berater hinterfragen also nachdrücklich die kommerzielle Tragfähigkeit des Internets und fordern eine Neuordnung der wirtschaftlichen Beziehungen entlang der Wertschöpfungskette. Im Klartext: Die Nutzer sollen stärker als bisher an den Kosten beteiligt werden, damit die Telekommunikationsanbieter auch künftig die Datenübertragung gewährleisten können.

Anzumerken ist, dass die Studie mit diesem Plädoyer von vier führenden europäischen Telkos in Auftrag gegeben wurde: Deutsche Telekom, France Telecom-Orange, Telecom Italia und Telefonica. „Als unabhängiger Beitrag zur derzeitigen politischen Debatte über ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum, die Umsetzung der Digitalen Agenda für Europa und die Erhaltung eines offenen und wettbewerbsfähigen Internets“, wie A.T. Kearney betont

Nach Berechnung der Berater müssen die europäischen Netzbetreiber bis 2015 jährlich mit zusätzlichen Investitionen von acht Milliarden Euro über das derzeitige Ausgabenniveau hinaus rechnen. Dieser Mehraufwand sei selbst ohne flächendeckende Glasfaserverkabelung aller Haushalte und Unternehmen nötig, um das bisherige Service-Niveau zu halten.