Freie Fahrt für Open Source

Anwenderzahl von Linux & Co. wächst

25. Oktober 2004
Von Detlef Scholz
Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland setzt bereits Linux ein. Andere Open-Source-Software (OSS) nutzen immerhin fünf Prozent der Firmen. Das sind zwei Ergebnisse einer Studie des Marktforschers Metagroup.

Größere Firmen tragen deutlich mehr zu diesen Zahlen bei als kleinere. Mehr als jedes zweite Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verwendet Linux. Im nächsten Jahr soll sich die Grenze auf eine Mitarbeiterzahl von 200 verschieben. Von den Firmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 50 und 99 haben derzeit dagegen nur rund zehn Prozent Linux im Einsatz. Doch bei den kleineren Unternehmen wächst die Tendenz Richtung Linux, wenn auch nicht so stark.

Besonders in den Branchen Transport, Versorgung, Telekommunikation sowie im öffentlichen Sektor und im HandelHandel sind Linux-Produkte anzutreffen. In Fertigungsbetrieben und bei Finanzdienstleistern dagegen ist OSS noch nicht richtig angekommen. Top-Firmen der Branche Handel

Open-Source-Software gewinnt auch in den Firmen immer mehr Anhänger.
Open-Source-Software gewinnt auch in den Firmen immer mehr Anhänger.

Die Domäne des Einsatzes von OSS liegt derzeit im Server-Bereich. Doch scheint auch der Desktop etwas aufzuholen. Auch vor unternehmenskritischen Anwendungen macht OSS nicht länger halt: Etwa 70 Prozent der Unternehmen, die OSS einsetzen oder demnächst nutzen werden, glauben, dass sich OSS in diesem Segment durchsetzen wird. Ein Drittel ist der Meinung, dass geschäftskritische OSS-Anwendungen auch den Desktop erreichen werden.

Die Anwendungen beziehen sich derzeit mehrheitlich auf nicht unternehmenskritische Bereiche. Haupteinsatzgebiete sind Datenbanken, Softwaretools (Web-Server und Entwicklung), Sicherheit (Firewalls), Netzwerkunterstützung und E-Mail. Diese Applikationen haben einen deutlichen Bezug zum offenen Entwicklungsmodell, wie es mit dem Internet Einzug gehalten hat.

Als Resümee hält die Metagroup fest, dass in Deutschland wie auch in anderen Regionen der Welt der OSS-Zug Fahrt aufgenommen hat. "Die Unternehmenspenetration erscheint zwar noch gering, was aber auch an der großen Zahl der Mittelstandsbetriebe in Deutschland liegt. Die Zeichen stehen jedoch auf freie Fahrt", sagt Metagroup-Berater Eduard Stupening.

Für die aktuelle Studie "Open SourceOpen Source im Durchbruchsjahr 2004" wurden 354 Unternehmen in Deutschland mit einer Mindestmitarbeiterzahl von 50 befragt. Die Aussagen sind sowohl für mittelständische Betriebe als auch für Großunternehmen gültig. Alles zu Open Source auf CIO.de

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