Dienst Uber in der Kritik

App-Betreiber auf Konfrontationskurs zum Taxi-Gewerbe

11. Juni 2014
Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell der Taxi-Branche.

Erst haben Smartphone-Apps wie MyTaxi damit angefangen, den Taxiruf-Zentralen das Wasser abzugraben. Dann traten Dienste wie Uber auf den Markt, die ein direkter Konkurrent um die Gunst der Fahrgäste sind.

Investoren sehen großes Wachstumspotenzial in dem Geschäft. So nahm Uber vergangene Woche 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren ein, die Firma aus San Francisco wurde dabei insgesamt mit 17 Milliarden Dollar bewertet. Uber will mit seinem Geschäftskonstrukt die Regulierung der Taxi-Branche umgehen. Die Firma betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert nur als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Diese sind dann für die Einhaltung der Bestimmungen zuständig.

Das Taxi-Gewerbe kritisiert, bei diesem Modell würden über Jahrzehnte gewachsene strenge Regeln ausgehebelt - etwa die behördlich geprüfte Ortskunde des Fahrers, regelmäßige Gesundheitskontrollen und ein Führungszeugnis sowie Beförderungspflicht und verbindliche Tarife.

Die Taxi-Betriebe sehen dadurch einen ungleichen Wettbewerb. Uber kontert, die Fahrer würden ebenfalls geprüft, und Sicherheit habe eine hohe Priorität. In Brüssel ist der Dienst verboten, in anderen Städten wie Paris gibt es Einschränkungen. Zu Stoßzeiten wie in der Neujahrsnacht nehmen die Uber-Tarife zu, weil die Nachfrage das Angebot stark übersteigt.

Eine etwas andere Idee steht hinter Wundercar, einer App, die vergangene Woche von der Hamburger Wirtschaftsbehörde gestoppt wurde. Sie vermittelt ohne einen festen Tarif grundsätzlich kostenlose Mitfahr-Gelegenheiten - man kann dem Fahrer aber elektronisch ein "Trinkgeld" geben. Wundercar will sich über einen Anteil davon finanzieren. In den USA vermitteln Firmen wie Lyft oder Sidecar Fahrgäste für Privatfahrer. (dpa/rs)

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