Strategien


Manager Desktop bei Continental

App-Dashboard für Führungskräfte

Partner Business Technology Innovation bei Deloitte
Senior Consultant Business Technology Innovation bei Deloitte
Leiter Finanzreporting-Systeme bei der Continental AG
Auf Basis von Studien der Uni St. Gallen und TU Darmstadt hat Continental einen Manager Desktop entwickelt. Er stellt Apps zusammen, die speziell auf die Anforderungen von Führungskräften ausgerichtet sind.
  • Die Apps gliedern sich in die Cluster persönliche Kommunikation, Unternehmenssteuerung und Geschäftsleben "on the road"
  • Der Aufbau des Manager Desktops basiert auf Umfragen unter Führungskräften
  • Der erste Umsetzung der Studienergebnisse erfolgte beim Autozulieferer Continental

Die Digitalisierung prägt zunehmend die Aufbau- und Ablauforganisation von Unternehmen: Neben neuen Geschäftsmodellen wie Online Shopping oder Mobile Banking ermöglichen SmartphonesSmartphones, TabletsTablets, WLANWLAN, LTE und Flatrates mehr denn je Arbeitsmodelle mit zeitlicher und räumlicher Unabhängigkeit. Diesem positiven Effekt stehen aber auch Herausforderungen gegenüber. Alles zu Smartphones auf CIO.de Alles zu Tablets auf CIO.de Alles zu WLAN auf CIO.de

Nach einer Studie in 2014 von ibi research der Universität Regensburg empfinden 82 Prozent einer Online-Expertengruppe durch ihre permanente Erreichbarkeit einen wachsenden Druck, schnell reagieren zu müssen. 76 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen und dies bei ihnen zu StressStress führt. Alles zu Stress auf CIO.de

Studien der Uni St. Gallen TU Darmstadt

Untersuchungen der Universität St. Gallen und der Technischen Universität Darmstadt ergaben, dass mit zunehmender Größe und Internationalität von Unternehmen die Unterstützung mobiler IS-Nutzungssituationen in den Mittelpunkt rückt. Insbesondere Führungskräfte sind mehr denn je unterwegs. Dennoch müssen sie wesentliche Informationen zur Unternehmenssteuerung zeitnah erhalten.

Basierend auf diesen Ergebnissen und mit dem Input verschiedener Führungskräfte aus der Fachabteilung unterschiedlicher DAX-Unternehmen wurde der Manager Desktop entwickelt. Er stellt verschiedene Apps zusammen, die speziell auf die funktionalen und nicht-funktio­nalen Anforderungen von Führungskräften ausgerichtet sind. So können gewünschte Informa­tionen inhaltlich umfassend, aber dennoch komprimiert in ihrer Darstellung zur Verfügung gestellt werden.

Dreiteilung der App-Cluster

In seiner charakteristischen Dreiteilung (Abbildung 1) - so ein weiteres Ergebnis der Untersuchungen - unterstützt der Manager Desktop nicht nur umfassend die Unternehmenssteuerung (konstitutive Komponente), sondern vereinfacht auch die persönliche Kommunikation von Führungskräften und berücksichtigt deren neuen mobilen Geschäftsalltag - auch mit dem Ziel, Apps mit Freude zu erleben (ergänzende Komponenten).

Abbildung: Mit der Dreiteilung unterstützt der Manager Desktop nicht nur die Unternehmenssteuerung, sondern vereinfacht auch die persönliche Kommunikation von Führungskräften und berücksichtigt deren neuen mobilen Geschäftsalltag - auch mit dem Ziel, Apps mit Freude zu erleben.
Abbildung: Mit der Dreiteilung unterstützt der Manager Desktop nicht nur die Unternehmenssteuerung, sondern vereinfacht auch die persönliche Kommunikation von Führungskräften und berücksichtigt deren neuen mobilen Geschäftsalltag - auch mit dem Ziel, Apps mit Freude zu erleben.
Foto: Deloitte

1. Persönliche Kommunikation

Dieses ergänzende App-Cluster vereinfacht die persönliche Kommunikation. In der vor­liegenden Umsetzung bei ContinentalContinental (Abbildung 2) handelt es sich um eine sogenannte live tile "News ticker (public life)" mit sich ändernden Inhalten, die externe Informationen des öffentlichen Lebens individuell zusammenstellt. Hinzu kommen der geschäftliche E-Mail-Zugang und Kalender sowie eine "office suite". Top-500-Firmenprofil für Continental

So werden Informationen direkt auf dem Desktop sichtbar und können als "Screenshot" oder PDF mit Kollegen per E-Mail geteilt oder in einer Dokumentenverwaltung abgelegt werden. Ein Kollaborationswerkzeug ermöglicht Videoanrufe. Aus technischer Sicht sind die Apps dieses Clusters nativ auf dem Desktop installiert.

2. Unternehmenssteuerung

Dieses konstitutive App-Cluster beinhaltet verschiedene Apps für die finanzielle und nicht-finanzielle Berichterstattung. Hinzu kommen ausgewählte Analysen (vgl. Abbildung 1). In der vorliegenden Umsetzung besteht dieses Cluster aus einem "News ticker (business life)" mit individuell zusammengestellten Kapitalmarktinformationen, wesentlichen Kennzahlen aus Sicht des Controllings "Management Dashboard: FIRE" und die finanzielle Monatsberichterstattung "Green Book" (Abbildung 2). Ergänzt werden diese Berichte um eine Kundenprofitabilitätsanalyse "CUPID - Customer Profitability Indication".

Technisch gesehen wurden Weblinks auf HTLM5-Seiten von Vorsystemen gesetzt und mit einem Webbrowser auf ein SAPSAP Design Studio Dashboard, Fiori Apps und Analysen des Business Intelligence-Anbieters MicroStrategy zugegriffen. Auch das Einbinden von PDF-Dateien ist möglich. Alles zu SAP auf CIO.de

3. Geschäftsleben "on the road"

Dieses ergänzende App-Cluster berücksichtigt die neue mobile Arbeitswelt von Führungskräften - auch mit dem Ziel, die ausgewählten Apps mit Spaß und Zufriedenheit zu erleben. Neben einer Wetterapp als "live tile" fasst dieses Cluster Anwendungen für Flug- und Zugpläne mit entsprechenden Buchungsmöglichkeiten zusammen.

Gefragt waren aber auch eine Internetsuchmaschine sowie eine App zum nächsten Taxistand und insbesondere ein Restaurantführer. Als Business-"Knüller" gilt aktuell eine Steakhouse-App. Apps zu (Fach-)Zeitschriften und ein Webbrowser vervollständigen dieses Cluster.

Erste Umsetzung bei Continental

Eine erste Umsetzung der Studienergebnisse erfolgte bei dem Automobilzulieferer Continental (Abb­ildung 2). Dabei stellte sich heraus, dass Führungskräfte meist individuelle Lösungen bevor­zugen. Dazu sind ihre persönlichen Anforderungen und Alltagssituationen zu berücksichtigen. Je nach Arbeitsstil arbeiten manche Führungskräfte eher alleine, andere sind mehr in der Gruppe tätig und wiederum andere präsentieren häufig in Frontalsitzungen.

Entscheidend ist aber auch, ob Führungskräfte eine Anwendung stets online benötigen oder überwiegend in einem kombinierten online/offline-Modus arbeiten. Für die - situative - Umsetzung gibt es zwei Stellhebel: das "richtige" Endgerät und die "passende" Software. Dabei kommt es weniger auf umfassende Funktionalität, sondern vielmehr auf das konsistente Design der Berichte, Analysen und die Navigation in den einzelnen Elementen des Manager Desktops an.

Abbildung 2: Eine erste Umsetzung der Studienergebnisse erfolgte beim Automobilzulieferer Continental. Dabei stellte sich heraus, dass Führungskräfte meist individuelle Lösungen bevorzugen. Je nach Arbeitsstil arbeiten manche Führungskräfte eher alleine, andere sind mehr in der Gruppe tätig und wiederum andere präsentieren häufig in Frontalsitzungen.
Abbildung 2: Eine erste Umsetzung der Studienergebnisse erfolgte beim Automobilzulieferer Continental. Dabei stellte sich heraus, dass Führungskräfte meist individuelle Lösungen bevorzugen. Je nach Arbeitsstil arbeiten manche Führungskräfte eher alleine, andere sind mehr in der Gruppe tätig und wiederum andere präsentieren häufig in Frontalsitzungen.
Foto: Continental

Auf einen Blick

Der Manager Desktop stellt sicher, dass Führungskräfte wesentliche Informationen zur Unternehmenssteuerung auch auf Geschäftsreisen zeitnah erhalten (konstitutive Komponente). Darüber hinaus hilft er, Führungskräfte mit seinen ergänzenden Komponenten in die neue mobile Welt zu bringen. Dies kann durch eine einfache persönliche Kommunikation oder die Unterstützung ihres neuen Geschäftslebens "on the road" erreicht werden.

Der Neuigkeitsgrad des Manager Desktops liegt in seiner expliziten Ausrichtung auf die Anforderungen von Führungskräften und seine faktengetriebene Dreiteilung auf der Grundlage von Untersuchungen der Universität St. Gallen und der Technischen Universität Darmstadt. Der Ansatz ist dabei situativ anpassbar und die Umsetzung auf unterschiedlicher Soft- und Hardware möglich.

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