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Europäischer Digitalmarkt

App-Marktplatz als Vorbild für Cloud-Services

21. Januar 2015
Von Stefan Gneiting
Die Idee einer europäischen Cloud birgt großes Potenzial. Will man die Kleinteiligkeit des europäischen digitalen Marktes überwinden, lohnt sich ein Blick auf die App-Plattformen.

Eine der Ideen hinter der Europäischen Union war die Schaffung eines einheitlichen, grenzübergreifenden, europäischen Wirtschaftsraums und der Abbau von Handelsschranken zwischen den Mitgliedsstaaten. Während man dem Ziel in vielen Wirtschaftsbereichen schon näher gekommen ist, steckt die Umsetzung eines digitalen Binnenmarkts noch in den Kinderschuhen.

"Die im Vergleich zu den USA oder China sehr kleinteilige Struktur des digitalen europäischen Wirtschaftsraums ist für europäische Unternehmen ein Wettbewerbsnachteil", sagt Heiko Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hewlett-Packard GmbH und Mitglied im Board of Directors der American Chamber of Commerce in Germany, die sich für schrankenlose Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA einsetzt. Beim Datenschutz, Speicherung digitaler Unterlagen und Datensicherheit muss ein europäisches Unternehmen sein digitales Angebot nach wie vor an bis zu 28 unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen.

Europa: Digitalmarkt mit 500 Millionen Nutzern

Im Zuge der Diskussion um die NSA- und GCHQ-Überwachung sind Initiativen entstanden, die auf die Schaffung nationaler Clouds abzielen. Solche Bemühungen widersprechen aber einerseits der Idee eines gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraums und können andererseits die Wettbewerbsnachteile europäischer Anbieter nicht abbauen. "Mit einer einheitlichen europäischen Lösung würde ein riesiger Digitalmarkt mit über 500 Millionen Einwohnern entstehen. Sie bietet zudem den Vorteil, dass die europäische Datenschutz- und Sicherheitskultur politische, und ökonomische Macht entfalten könnte", erklärt Meyer.

Zentralismus, Protektionismus und dem freien Spiel des Marktes, die zu einer Dominanz der großen Anbieter führten, macht der HP-Manager eine klare Absage. Vielmehr verfolgt er bei der Schaffung eines einheitlichen europäischen Digitalmarkts eine föderale Strategie. "Subsidiarität und Wettbewerb müssen Grundprinzipien unseres Weges in die Digitalisierung sein. Die Macht der Vielen sollte zum Kennzeichen eines europäischen Weges werden", sagt Meyer.

Fairer Wettbewerb der Cloud-Anwendungen

Die Vorlage für HPs Konzept eines europäischen Cloud-Marktes liefern die digitalen App-Marktplätze. Sie nutzen eine zentrale Betriebsplattform, die von einem Betreiber gemanagt wird. Auf diesem Marktplatz erreichen alle Unternehmen - von der Kleinstfirma bis hin zum IT-Konzern - eine große Zahl potenzieller Kunden. Somit herrscht anstatt einem Wettbewerb zwischen großen und kleinen Anbietern ein Wettbewerb der Anwendungen. Der zentrale Marktplatz sorgt für einheitliche Rahmenbedingungen bei Qualität, Geschäftsbedingungen und Sicherheit.

"Das Prinzip der App-Stores beruht auf der Kombination aus zentral kontrollierter Handelsplattform und dezentraler Entwicklung von Cloud-Diensten sowie deren Betrieb bei lokalen IT-Dienstleistern entsprechend der lokalen Gesetzgebung und den individuellen Anforderungen an Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit", erläutert Meyer.

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