Duell der Mini-Programme

Apps gegen webbasierte Anwendungen

02. August 2011
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Gerade erst etablieren sich Apps als neuer Quasi-Standard, schon erklingt der Abgesang auf sie: Durchsetzen könnten sich auch webbasierte Programme.
Apps oder webbasierte Anwendungen: Wer wird sich auf Dauer durchsetzen? Die Antwort fällt differenziert aus.
Apps oder webbasierte Anwendungen: Wer wird sich auf Dauer durchsetzen? Die Antwort fällt differenziert aus.
Foto: Nokia, Palm, Blackberry, Motorola

Apps scheinen der neue Standard zu werden, nicht nur, aber vor allem auf mobilen Endgeräten. AppleApple hat jüngst auch für seine Bürorechner iMac und für seine portablen Macbooks einen App-Store gestartet, über den immer mehr Anwendungen für Mac OS X vertrieben werden. Alles zu Apple auf CIO.de

In diesem Jahr, prognostizieren die Analysten von Gartner, werden etwa 17,7 Milliarden Apps heruntergeladen und irgendwo auf der Welt auf irgendein mobiles Endgerät installiert werden. Das sind alleine schon mal 117 Prozent im Vergleich zu den Vorjahreszahlen, und sowohl die absoluten wie die relativen Werte beeindrucken angesichts entweder stagnierender oder allenfalls leicht steigender Verkaufszahlen anderswo in der IT. Eindruck macht auch eine weitere Schätzung: Bis 2014, so Gartner, werden insgesamt 185 Milliarden mobile Anwendungen verkauft worden sein. "Die App-Party", jubelt das Nachrichtenportal Areamobile, "ist also noch lange nicht zu Ende".

Vor- und Nachteile von Apps und Web-Apps in einer Übersicht der Experton-Group.
Vor- und Nachteile von Apps und Web-Apps in einer Übersicht der Experton-Group.
Foto: Experton Group

Dafür spricht auch eine Untersuchung von Kelton Research im Auftrag von Sybase von Anfang des Jahres. Demnach wollen gleich 90 Prozent der 250 befragten Manager noch in diesem Jahr neue mobile Applikationen implementieren. Knapp die Hälfte (44 Prozent) gehen von einer Zahl zwischen fünf und 19 Apps aus, die auf die mobilen Endgeräte ihrer Mitarbeiter wandern. Jeder Fünfte wird eigenem Bekunden zufolge gar 20 oder mehr Anwendungen einführen.

Aber kaum geht die Party richtig los, respektive weiter, mehren sich Stimmen, die den Partygästen ein wenig die gute Laune verderben könnten. So zitiert etwa der Blogger Gunnarsohn einen Geschäftsführer namens Björn Behrendt mit den Worten "Der App-Hype ist bald vorbei. Das Blatt wird sich in Richtung browserbasierter Anwendungen wenden." Diese kritische Stimme muss allerdings außer Konkurrenz gewertet werden, denn sie stammt aus einer Zeit, in der es überhaupt noch keinen richtigen Hype gab, aus dem Mai 2010.

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