Blackberry


Studien von Fraunhofer und BSI

Auch Barack Obama bleibt beim Blackberry

16. Juni 2009
Von Nicole Ott
Sicherheitsbedenken werden immer wieder laut. Ein Grund dafür sind die Standorte der RIM-Server in Großbritannien und Kanada. Über sie läuft jegliche Kommunikation.
US-Präsident Barack Obama setzte sich gegen die Bedenken seiner Sicherheitsfachleute durch. Er nutzt weiter einen speziell codierten Blackberry.
US-Präsident Barack Obama setzte sich gegen die Bedenken seiner Sicherheitsfachleute durch. Er nutzt weiter einen speziell codierten Blackberry.

Als Barack Obama am 20. Januar 2009 sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika antrat, wollte er auf seinen Blackberry nicht verzichten - und er setzte seinen Willen gegen die National SecuritySecurity Agency (NSA) durch. Statt des offiziell für präsidiale Kommunikation vorgesehenen Sectera Edge erhält der 44. US-Präsident nun einen speziell modifizierten Blackberry 8830. Ankommende und ausgehende Kommunikation wird mithilfe einer speziellen Software namens SecureVoice - entwickelt von Genesis Key - codiert. Wenn ein Blackberry sicher genug ist für den US-Präsidenten, ist er dann auch nicht sicher genug für jegliche Unternehmenskommunikation? Alles zu Security auf CIO.de

Die Diskussion um die Blackberry-Sicherheit ist fast so alt wie das Unternehmen RIM. Nicht zuletzt wird seit Jahren die von der "Wirtschaftswoche" veröffentliche Warnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus 2005 immer wieder zur Untermauerung von Sicherheitsbedenken herangezogen.

Ein wichtiges Argument war der interne, eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Bericht, wonach die Network Operation Center (NOC) des kanadischen Herstellers RIM, über die sämtliche Kommunikation läuft, im Ausland liegen; für Europa steht dieses in Großbritannien. Es gebe die theoretische Möglichkeit, dass Dritte auf die E-Mails zugreifen könnten, die vom Blackberry versandt werden, erklärte seinerzeit BSI-Sprecher Michael Dickopf. Dabei weist das Bundesamt darauf hin, dass die ausländischen Blackberry-Rechenzentren außerhalb des Einflussbereichs deutscher Unternehmen und Behörden liegen und somit britisches Recht angewendet werden könnte. Das BSI bevorzuge deshalb "nationale Lösungen".

Angst vor Mithörern

Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtete (5/2009), werden die Geräte in der Autoindustrie schon längst nur eingeschränkt genutzt. Auch der Industriekonzern Evonik soll laut Capital über ein Verbot nachdenken. Diesen Trend bestätigt der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) Berthold Stoppelkamp: "Der Einsatz von Blackberrys in sensiblen Bereichen ist rückläufig." Ein wichtiger Grund hierfür ist eben das Gefühl bei den Unternehmen, dass der britische Geheimdienst zumindest gesetzlich die Möglichkeit besitzt, die Blackberry-Kommunikation abzuhören.