Junge Berufseinsteiger ticken anders

Auf Generation Y folgt Generation Z

Christian Scholz ist Professor und  Lehrstuhlinhaber für Betriebswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes. Die Schwerpunkte seiner Lehrtätigkeit richten sich auf Organisation sowie Personal- und Informationsmanagement.
Kaum haben sich die Arbeitgeber mit der Generation Y arrangiert, steht schon die nächste vor der Tür.

Bevor Sie den Artikel lesen, sollten Sie sich die Fragen in folgendem Selbsttest beantworten:

Personalmanager trumpfen in Bewerbungsgesprächen gerne mit diesen Argumenten auf. Ob das bei der Generation Z noch zeitgemäß ist, werden Sie in diesem Beitrag erfahren.
Personalmanager trumpfen in Bewerbungsgesprächen gerne mit diesen Argumenten auf. Ob das bei der Generation Z noch zeitgemäß ist, werden Sie in diesem Beitrag erfahren.
Foto: Christian Scholz

Für den bekannten Personalberater Heiner Thorborg ist die nächste Generation, die sich anschickt, die Arbeitswelt zu erobern, ein echtes Problem. Der Grund: Diesen jungen Leuten sind laut Thorborg Kumpels und Kids wichtiger als Geld und Karriere. Zur Untermauerung seiner Beobachtung zitiert er den Personalvorstand von Daimler: "Die Bewerber fragen nicht mehr zuerst nach einem Dienstwagen, sondern nach Sabbaticals, Elternzeit und Kinderbetreuung."

Viele Personalmanager tun sich jedoch schwer, von ihren erlernten Verhaltensmustern abzurücken. Sie beschäftigen sich zu wenig mit den Werten der unterschiedlichen Generationen und verlassen sich stattdessen auf ihr Standardrepertoire. Doch damit werden sie schon bald nicht mehr weiterkommen. Es empfiehlt sich dringend, der Frage nachzugehen, wie die jungen Mitarbeiter aus der neuen Generation Z ticken. (Zu dem Thema ist vom Autoren des Artikels folgendes Buch erschienen: Scholz, Christian, Generation Z – Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt, ISBN 978-3-527-50807-5.)

Knackpunkt Bewerbungsgespräch

Die Probleme beginnen mit dem Bewerbungsgespräch. Schon hier kann einiges richtig und vieles falsch laufen: Mit Sätzen wie "Bei uns haben wir ein flexibles Arbeitszeitsystem" oder "Eigentlich sind wir eine große Familie" glauben Unternehmen, Trumpfkarten zu ziehen. Doch die jüngeren Bewerber springen auf solche Argumente nicht mehr an. Was läuft da schief? Bisher haben diese Köder doch bestens funktioniert und wurden bereitwillig geschluckt. Doch jetzt wird klar: Hier sitzt kein Vertreter der Generation YGeneration Y, sondern schon einer aus der nächsten, der Generation Z. Alles zu Generation Y auf CIO.de

Die Zugehörigkeit zu "Generationen" kann man natürlich nicht am Geburtsdatum festmachen. Trotzdem gibt es prägende Merkmale eines Zeitabschnitts, die dazu führen, dass Generationen teilweise extrem spezifische Verhaltensweisen aufweisen.

Nach den Babyboomern (tendenziell nach 1950 geboren) kam die Generation X (nach 1965 geboren), und dann begann sich ganz langsam als Gruppe der nach 1980 geborenen Personen die vielzitierte Generation Y herauszubilden. Die ersten Vertreter dieser Gruppe kamen kurz nach der Jahrtausendwende in die Unternehmen und übertrafen ihre Vorgänger oft in Leistungsorientierung, im Streben nach Karriere, aber auch in der Bereitschaft, sich voll und ganz und zur Not auch rund um die Uhr für das Unternehmen einzusetzen - wenn die Bedingungen stimmten.

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