Projekt-Management

Aufbruch der Bubbles

28. März 2006
Von Andreas Schmitz
Bunte, verschieden große Bläschen symbolisieren bei Novartis Pharma Deutschland neuerdings Projekte. International-CIO und Mentor des Projektes Matthias Trabandt erhofft sich, mit den Bubbles zu den Top-Performern in Sachen Projekt-Management aufzusteigen.

"Auf Einzelprojektebene gut, in der Priorisierung Nachholbedarf, ebenso wie im Umgang mit niederwertigen Projekten“: Der individuelle Benchmark-Bericht der Technischen Universität Berlin zeigt Martin Hörbe schwarz auf weiß,wo er mit seinen mehr als 70 Projekten steht. Der Leiter des zentralen Projektbüros bei Novartis Pharma Deutschland notiert sich, wo die Bewertung sich dem Wert der Low-Performer nähert oder ihn gar unterschreitet. Oder, wofür der gelernte Wirtschaftsinformatiker zusammen mit Novartis-International- CIO Matthias Trabandt bereits Lösungen gefunden hat – etwa für die Priorisierung von Projekten, die heute als verschieden große und bunte Blasen auf einem Diagramm zu sehen sind.

Die CIOs und Entscheider der von der TU Berlin für die Studie „Multiprojektmanagement 2005“ befragten 199 deutschen Unternehmen fühlen sich in der Regel zwar gut über die Einzelprojekte informiert. Doch fehlt es ihnen an den Mechanismen, daraus die geeigneten Schlüsse für das Gesamtportfolio zu ziehen, geschweige denn, über Projektgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten.

Chefs: CIOs halten erfolglose Projekte
Chefs: CIOs halten erfolglose Projekte

Besonders schlecht urteilten die Befragten über den Mut oder die Fähigkeit, schlecht laufende ProjekteProjekte zu beenden. Zudem sei die Software für die Entscheidungsunterstützung eher mäßig. „Die IT-Verantwortlichen haben Checklisten ohne Ende – Szenarien über drei bis vier Jahre gibt es jedoch nicht“, erläutert Studienleiter Henning Dammer vom Institut für Technologie und Management der TU Berlin das Manko der Chefs. Einmal durchgewunken, schauen CIOs nur noch mit einem Auge hin. Alles zu Projekte auf CIO.de

Software: IT-Tools sind schlecht
Software: IT-Tools sind schlecht

Szenarien für Projektabbruch nötig

Deshalb seien Szenarien etwa in Hinsicht auf den Abbruch von Projekten dringend nötig: „Für das Management ist unklar,wie es weitergeht und wo die Mitarbeiter weiter beschäftigt werden können“, so Dammer. Unternehmen setzen für Szenarios derzeit meist selbstgestrickte Lösungen ein – oft auf Excel-Basis: „Es gibt nichts out-of-the-box“, bemerkt Dammer. MicrosoftMicrosoft und SAPSAP arbeiten derzeit an „Ad-Ons“, um die Entwicklung der Projekte während der Umsetzung gezielt beobachten zu können. Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Novartis Pharma hat für die Auswahl von wertschöpfenden Projekten seit Juni vergangenen Jahres ein standardisiertes Vorgehen entwickelt – die so genannte Bubble-Technik. „Die Klassifikationen und die Bewertung machen wir in Excel, für die Darstellung und die Analyse setzen wir ein Tool ein, das auch zu Simulationen fähig ist – vom US-Spezialisten für visuelle Analyse Spotfire“, erläutert IT-Projekt-Office-Mann Hörbe. So lässt sich beispielsweise simulieren, was passiert, wenn es keine Muss-Projekte gäbe oder Projekte, die eine geringe Wertschöpfung für das Unternehmen versprechen.

Matthias Trabandt, CIO von Novartis International, Basel „Wir starten nur Projekte, die voraussichtlich den höchsten Business-Value für das Unternehmen schaffen und die voraussichtlich höchste Umsetzungswahrscheinlichkeit haben.“
Matthias Trabandt, CIO von Novartis International, Basel „Wir starten nur Projekte, die voraussichtlich den höchsten Business-Value für das Unternehmen schaffen und die voraussichtlich höchste Umsetzungswahrscheinlichkeit haben.“