Benutzeranforderungen sind zu hoch

Ausfälle bei ERP-Systemen wegen Personalmangel

03. Juni 2005
Von Dorothea Friedrich
Der Mittelstand kann seine ERP-Anwendungen durchschnittlich nur zu 95,5 Prozent nutzen. Das entspricht einer jährlichen Ausfallzeit von mindestens 120 Stunden. Grund sind nicht die ERP-Lösungen selbst, sondern fehlende Personalkapazitäten und Störungen der Verarbeitungssysteme. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des IT-Dienstleisters Orga.

Die Erhebung zeigt, welche Einflüsse interne Betriebsbedingungen mit ihren personellen Ressourcen und der technischen Infrastruktur auf die Verfügbarkeit von ERP-Systemen haben.

Demnach kann nicht einmal jedes fünfte Unternehmen seine ERP-Anwendung zu 98 Prozent oder mehr nutzen. 38 Prozent der IT-Verantwortlichen hatten gar eine jährliche Ausfallquote von mindestens einem Zwanzigstel der Betriebszeit zu bewältigen.

Hausgemachte Probleme überwiegen

Fehlendes Personal für Administration und Wartung stehen mit 59 Prozent an oberster Stelle. Weit über die Hälfte der Befragten nannte "Leistungsschwächen in den Verarbeitungs- und Netzwerksystemen" als Grund für Ausfallzeiten. 43 Prozent sehen in der Realisierung anderer IT-Projekte und den damit verbundenen Engpässen die Ursache für Fehlfunktionen von ERP-Anwendungen.

Der Mittelstand muss jährliche Ausfallzeiten seiner ERP-Anlagen von durchschnittlich 120 Stunden verkraften. (Quelle: Orga)
Der Mittelstand muss jährliche Ausfallzeiten seiner ERP-Anlagen von durchschnittlich 120 Stunden verkraften. (Quelle: Orga)

Nach den eher hausgemachten Schwierigkeiten stehen für die IT-Manager Instabilitäten ihrer ERP-Systeme mit 41 Prozent an vierter Position der Problemliste. 37 Prozent machen fachliche Schwierigkeiten für Ausfälle verantwortlich. Immerhin ein Viertel klagt über zu umfangreiche Benutzeranforderungen.

Sicherheitsprobleme (acht Prozent) und Leistungsausfälle seitens externer Dienstleister (sechs Prozent) spielen offenbar nur eine geringe Rolle bei den Systemausfällen.