Projekt Global Intranet

Auswärtiges Amt setzt auf Mitarbeiter-Portal

04. Februar 2004
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Seit einigen Monaten wird in den IT-Abteilungen des Bundesaußenministeriums über das Projekt "Global Intranet" gesprochen. Dahinter verbirgt sich ein Portal, über das künftig die Informations- und Verwaltungsprozesse aller im In- und Ausland Beschäftigten laufen sollen. Nun kam endlich das "Go".

Grünes Licht gab es Ende Dezember, seit Anfang Januar sind die Verantwortlichen damit beschäftigt, das Portal aufzubauen. Bis Ende Mai, so die derzeitige Planung, soll die erste Phase des Projektes abgeschlossen sein.

Nach dem Motto "möglichst schnell einen möglichst großen Nutzen bieten" ist vorgesehen, dass sich die rund 7.000 Mitarbeiter in Berlin und in den 220 Auslandsvertretungen ab diesem Zeitpunkt bereits rollenspezifisch registrieren können. Die Authentifizierung erfolgt über den zentralen Verzeichnisdienst LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) in Deutschland, für die Anmeldung wird ein Single-Sign-On-(SSO-)Verfahren genutzt, so dass sich der Nutzer nur einmal für verschiedene Anwendungen einloggen muss. Die Mitarbeiter bekommen ihre Mails und Informationen dann personalisiert zugestellt und können bestimmte Nachrichtenkategorien abonnieren.

Durch die Einbindung des bereits vorhandenen Workflow-Management-System des Auswärtigen Amtes haben sie zudem die Möglichkeit, ihre Aufgaben und Termine zentral einzusehen und zu verwalten. Auch Portalfunktionen wie Urlaubs- oder Reisekostenverwaltung stehen bereits mit Abschluss der ersten Phase zur Verfügung.

Bundesaußenminister Fischer kann seinen Urlaub künftig online planen.
Bundesaußenminister Fischer kann seinen Urlaub künftig online planen.

In einem zweiten Schritt, der zwei Monate später abgeschlossen sein soll, werden weitere Funktionen beispielweise ein Dokumenten-Management-System ergänzt. "Nutzen schafft man nur durch Nutzung", erklärt Frank Rohfleisch die rasche Einführung möglichst vieler Anwendungen. Rohfleisch leitet das Projekt von Seiten des Lösungsanbieters Abaxx Technology, der die Software für das Portal liefert.

Die Lösung der Stuttgarter baut auf dem bereits installierten Linux-Betriebssystem, dem frei verfügbaren Application Server JBoss sowie der ebenfalls vorhandenen Oracle-Datenbank auf. Neben einzelnen Komponenten der Portalsoftware-Suite abaxx.components (WebUI, CollaborationCollaboration und Messaging) wird zudem das Content-Management-System von Coremedia eingesetzt. Die Grundlage für den Aufbau des Portals bietet die im vergangenen Jahr abgeschlossene Vernetzung aller Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes. Damit wurden entsprechende Sicherheitsvorkehrungen bereits eingeführt. Über Java-Schnittstellen und Web-Services integriert das Portal mehrere, verschiedene Anwendungen. Alles zu Collaboration auf CIO.de

Joschka Fischer setzt auf Standardisierung.
Joschka Fischer setzt auf Standardisierung.

Links zum Artikel

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite