Strategien


Tiger-Teams mit Mini-CIO

Automatisierung klappt nur mit Analytics

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Software Robotics bezeichnet neue Formen der Prozess-Automatisierung. Die Analysten von Cognizant erläutern in einer Studie die Potenziale dieser Technologie. Wer davon profitieren wolle, komme um Big Data nicht herum.
Besseres Task-Management, weniger Fehler: Diese Auswirkungen der Automatisierung von Prozessen nennen die Studienteilnehmer besonders häufig.
Besseres Task-Management, weniger Fehler: Diese Auswirkungen der Automatisierung von Prozessen nennen die Studienteilnehmer besonders häufig.
Foto: Cognizant

Nein, die Roboter in modernen Unternehmen ähneln nicht Robby, dem Terminator oder anderen Science Fiction-Kreaturen. Darauf weist Cognizant gleich eingangs der Studie "The Robot and I" hin. Vielmehr geht es den Analysten um unscheinbarer agierende Software-Maschinen, die kluge Köpfe und ganze Firmen durch Automatisierung von Routine-Arbeiten noch schlauer machen.

Die Lektion, die es dabei aus Unternehmenssicht zu lernen gilt: Mensch und Maschine sollen im Alltag Tandems bilden. Und beim Umgang mit Ressourcen ist eine Erweiterung des Blicks nötig: Mensch und Maschine sind bis zu einem gewissen Grad austauschbar. Zugespitzt formuliert: Personalabteilungen sollten vorab überlegen, ob sie lieber einen Mitarbeiter aus Fleisch und Blut einstellen oder aber einen Computer.

Überraschende Erkenntnisse

Eine Leitthese der Studie mildert die Ängste ab, die derartige Szenarien auslösen. Der Mensch werde ob der Grenzen künstlicher Intelligenz nicht überflüssig, so die Autoren. Stattdessen mache die zunehmende Automatisierung auch von geschäftlichen Kernprozessen den Weg frei, Potenziale an kreativer Problemlösung zu heben - die genuin menschliche Kernkompetenz, wenn man so will.

Dieser nicht neue Gedanke bildet gewissermaßen den Rahmen für die Studienergebnisse, die auf einer Befragung von 537 europäischen und nordamerikanischen Unternehmen basieren. Gefragt wurde übrigens nicht quer durch alle Branchen, sondern konzentriert bei den Digitalisierungsvorreitern BankenBanken, VersicherungenVersicherungen und HealthCare. Top-Firmen der Branche Banken Top-Firmen der Branche Versicherungen

Die 5 "M"

Überraschend und einprägsam ist so manches an den Resultaten. Die Einprägsamkeit der Schlüsselerkenntnisse speist sich dabei aus dem Umstand, dass sie sich im Englischen mit Hilfe des Anfangsbuchstabens "m" darstellen lassen: money, meaning-making, money & meaning, monday morning.

Money: Knapp ein Fünftel der Studienteilnehmer erzielte im vergangenen Jahr durch Automatisierung Kosteneinsparungen in Höhe von mindestens 15 Prozent.

Meaning-making: Durch Automatisierung werden Daten generiert, deren Analyse die Prozessergebnisse nach Cognizant-Einschätzung radikal verbessern kann. Im Vergleich zum gesparten Geld sei dies "ein womöglich viel schwerer wiegender Vorteil", heißt es in der Studie. Immer wieder stellen die Autoren deshalb auch heraus, wie wichtig das Zusammenspiel von Automatisierung und Analytics sei. Von den Befragten erkennen 50 Prozent in der Automatisierung und 44 Prozent in Analytics einen Motor für signifikante Prozessverbesserungen in den kommenden drei bis fünf Jahren.

Money & meaning: "Digitale Wertschöpfungsketten können smarte und datenreiche Prozesse reformieren", so Cognizant. Digitale Technologien der nächsten Generation aus den Bereichen Social, Mobile, Analytics und Cloud (SMAC) ermöglichen es den Firmen, ihre Interaktionen mit Kunden, Zulieferern und Partnern auf völlig neue Füße zu stellen. Die Schattenseite: 52 Prozent sagen, dass genau deshalb Datensicherheit die größte Herausforderung ist und bleiben wird.

Monday morning: Cognizant will damit ausdrücken, dass die Veränderungen bereits im Gange sind. Es gibt bereits Vorreiter, die aus der Automatisierung von Wissensprozessen auf Basis digitaler StrategienStrategien schon jetzt Werte generieren. Alles zu Strategien auf CIO.de

Ja, das hört sich wie so oft sehr klar und vor allem optimistisch an. Ein bisschen verborgen in der Studie finden sich aber auch Ergebnisse, die die Zukunftseuphorie etwas dämpfen mögen. Offenkundig befindet sich ein großer Teil der befragten Firmen bereits mitten drin in der Automatisierung ihrer horizontalen Prozesse. Und das sogar so sehr, dass sie für die kommenden drei bis fünf Jahr nicht mehr mit größeren Effekten rechnen als sie alleine im vergangenen Jahr erzielt werden konnten.

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