Vernetztes Fahren

Autopilot auf Autobahnen im Jahr 2025 Realität

11. September 2013
Einige Hersteller, etliche Teilezulieferer: Das Kräfteverhältnis in der Autobauerwelt war jahrzehntelang klar verteilt. Nun öffnet sich das einst abgeschottete Auto für die Vernetzung mit der Umwelt - und das stellt den wichtigen Industriezweig auf den Kopf.

Die wachsende Vernetzung von Mobilität wird nach Überzeugung des Autozulieferers Continental viele Abhängigkeiten in der Branche grundlegend neu sortieren. "Die Automobilindustrie ist ein geschlossener Club über Jahrzehnte gewesen - sehr stark dominiert aus der mechanischen Welt", sagte Continentals Forschungschef für Autoelektronik, Christian Senger, auf der IAA in Frankfurt. In den vergangenen Dekaden hätten immer die selben Partner den Löwenanteil des Umsatzes gemacht. "Mit dem Thema "Das Fahrzeug wird intelligent" gilt es nun, die automobile Welt zu öffnen und mit einer IT-Industrie zusammenzubringen."

Senger zufolge kann die junge Partnerschaft nicht mit einseitigen Anpassungen gelingen - beide Seiten müssten aufeinander zugehen. "Wir müssen uns finden", sagte der Manager. Diese Herausforderung, zwei verschiedene Welten mit verschiedenen Geschäfts- und Arbeitskulturen zusammenzubringen, sei ähnlich herausfordernd wie die großen Fragen auf der Technikseite. "Das ist eine weitere Dimension, die neben der Technologie zu entwickeln ist", betonte der Forschungschef.

Der Trend des vernetzten Fahrens beschreibt den Einzug von immer mehr intelligenter Sensorik und umfangreichen Komfortfunktionen in die Autos. Die Fahrzeuge sollen Gefahren erkennen, zur Not eingreifen und zunehmend automatisch unterwegs sein - vom Schrittfahren im Stau bis hin zur vollen Autopilotenfunktion. Letzteres dürfte laut Conti hierzulande auf Autobahnen bereits im Jahr 2025 Realität sein. Dann könnte der Fahrer fernsehen, E-Mails checken oder sogar schlafen.

Continental ist selber ein Beispiel für die von Senger genannten neuen Allianzen in der Branche. Der Dax-Konzern arbeitet seit kurzem mit dem Netzausrüster Cisco und dem Technologieriesen IBMIBM zusammen - unter anderem, um die Datenberge der vernetzten Autos zu bewältigen. "So ein RechenzentrumRechenzentrum ist eine völlig andere Welt", beschrieb Senger einen von zahlreichen Aspekten unter den neuen Herausforderungen. Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Conti-Chef Elmar Degenhart hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass das Unternehmen auch mit weiteren möglichen Partnern Kooperationen sondiere. Dabei gehe es unter anderem um hochpräzise Straßenkarten, sagte Senger. Das ist ein Pfund, mit dem zum Beispiel Nokia für sich wirbt. Der finnische Konzern, der kürzlich den Verkauf der Handy-Sparte besiegelte, ist dieses Jahr erstmals bei der IAA dabei. (dpa/rs)

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