Sal. Oppenheim

Bankgesellschafter bereiten Klage vor

Einen seiner ersten Artikel schrieb René Schmöl, Jahrgang 1982, mit 16 Jahren für die Tageszeitung Freies Wort. Es war ein Interview mit Hape Kerkeling. Dieser Erfolg motivierte ihn, weiterzumachen. Nach sieben Jahren im Lokaljournalismus und einer Ausbildung zum Verlagskaufmann folgte ein Volontariat bei der Verlagsgruppe Handelsblatt. Die zwei aufregendsten Jahre seines Lebens. Seit 2007 ist Schmöl in unterschiedlichen Positionen für IDG tätig. Momentan als Chef vom Dienst Online. Er kümmert sich um das Portal cio.de.
Bei der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim ist es zu einem Konflikt zwischen den Interessen des Instituts und denen einflussreicher Gesellschafter gekommen.

Nach Medienberichten haben wichtige Gremienmitglieder der Bank persönlich für einen Kredit von mehr als 300 Millionen Euro gebürgt, den Sal. Oppenheim im Jahr 2005 der Großaktionärin von KarstadtQuelle (heute Arcandor), Madeleine Schickedanz, gewährt hatte.

Vor diesem Hintergrund besteht nach Angaben des manager magazins bei einigen Mitgesellschaftern der Bank der Verdacht, dass es bei den Rettungsaktionen, die die Bank im Herbst 2008 mit fast dreistelligem Millionenaufwand zugunsten des schließlich in Insolvenz gegangenen Arcandor-Konzerns unternommen hatte, primär darum ging, die persönliche Inanspruchnahme der Bürgen zu verhindern.

Die kostspieligen und letztlich nutzlosen Rettungsversuche von Sal. Oppenheim haben zum Niedergang der Bank beigetragen und dazu, dass das Institut nun die Unabhängigkeit einbüßt und mehrheitlich von der Deutschen Bank übernommen wird. Die Bürgen, darunter mehrere Mitglieder des Gesellschafterstammes Ullmann, dürften zum Teil ihren gesamten Besitz verlieren.

Der Verdacht der unzulässigen Interessenverquickung besteht umso mehr, als es sich bei den Bürgen vor allem um prominente Entscheidungsträger der Bank handelt, unter anderen um den Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter, Matthias Graf von Krockow, den persönlich haftenden Gesellschafter Christopher Freiherr von Oppenheim und den Aufsichtsratsvorsitzenden Georg Baron von Ullmann. Den Gremien und den Gesellschaftern der Bank in ihrer Gesamtheit war der ungewöhnliche Vorgang bis vor wenigen Wochen nicht bekannt.

Eine Gruppe von Mitgesellschaftern, sowohl aus der Familie von Oppenheim als auch aus dem Kreis von Erben früherer Teilhaber, bereitet eine Klage gegen die Bankspitze vor. Ebenso strebt diese Gruppe eine Sonderprüfung an.

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