Feminine Warenwelt im Fokus

Beate Uhse setzt auf die Zielgruppe Frau

31. März 2014
Dessous, Kleidung, Sexspielzeug, duftendes Massageöl und Cremes - das ist die auf Frauen ausgerichtete Produktwelt bei Beate Uhse. Pornografie für Männer spielt angesichts des Gratis-Angebots im Internet dagegen kaum noch eine Rolle.

Der Erotikkonzern Beate Uhse ist nach einer langen Durststrecke endgültig in der Gewinnzone angekommen - und verdankt das den Frauen in der Kundschaft. Zwar ging der Umsatz im vergangenen Jahr nochmals um 1,6 Prozent auf 142 Millionen Euro zurück, doch wies das Unternehmen erstmals seit Jahren sowohl vor als auch nach Steuern einen Gewinn aus. "2013 stimmt uns zufrieden", sagte Vorstandsvorsitzender Serge van der Hooft am Montag in Flensburg. "Wir sind wieder bereit für die Expansion in allen unseren Kanälen." Der Umsatz soll in diesem Jahr zwischen 145 und 150 Millionen Euro liegen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,4 auf 5 bis 7 Millionen Euro steigen.

Beate Uhse fokussiert sich mittlerweile vorwiegend auf Frauen, die rund 80 Prozent der Neukunden ausmachen. Durch Partnerschaften mit Modeketten und Drogeriemärkten will das Unternehmen noch stärker an den Mainstream andocken und endgültig raus aus der Schmuddelecke. Sexfilme für eine männliche Kundschaft spielen kaum noch eine Rolle und sind angesichts des Gratis-Angebots im Internet kein erfolgversprechender Markt. "Die Zielgruppe hat sich verändert", heißt es im Geschäftsbericht. "Die Ideen der Unternehmensgründerin Beate Uhse sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen; heute leben Frauen ihre erotischen Bedürfnisse und ihre Sexualität freier, offener und selbstbestimmter."

Dementsprechend hat Beate Uhse eine feminine Warenwelt entworfen, sein Logo und den E-Commerce-Auftritt mit Herz und Schnörkeln verweiblicht und das ganze Unternehmensimage verändert. Der größte Anteil des Umsatzes entfällt auf den Versand- und Einzelhandel; rund zwei Drittel kommen aus dem Ausland. In diesem Jahr will Beate Uhse zehn neue Läden eröffnen; davon bis zu fünf in Deutschland. (dpa/rs)

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