CRM-Markt in Deutschland

Begrenzter Bedarf an On-Demand

12. Januar 2007
Der CRM-Guru in Deutschland, Inhaber der Agentur Korb und Kollegen
Mit On-Demand versuchen die Anbieter, neuen Schwung ins CRM-Geschäft zu bringen, doch die deutschen Unternehmen zögern noch. Die Hewson Group schätzt den Anteil von Software-as-a-Service auf acht Prozent.

On-Premise oder On-Demand: Immer mehr Hersteller sind im vergangenen Jahr auf die Wünsche ihrer Kunden eingegangen und bieten ihr CRM-System mittlerweile in beiden Varianten an. On-Demand-Installationen sind keine Seltenheit mehr, das Geschäft ist damit einer der wenigen Bereiche, in dem zweistellige Wachstumsraten zu schaffen sind.

In den angelsächsischen Ländern oder auch Skandinavien ist bereits von einer neuen CRM-Welle die Rede. Die Anwendungen werden dort in großem Umfang für mehrere tausend Unternehmen gehostet. Nicht so in Deutschland. „Hier geben die Firmen vertrauliche Kundendaten einfach ungern an Dritte weiter, besonders wenn CRMCRM zu ihren Kernkompetenzen gehört“, heißt es in einer Studie von Pierre Audoin Consult (PAC) zum Thema On-Demand. Alles zu CRM auf CIO.de

Entsprechend schwerfällig gestaltete sich daher der Eintritt von Salesforce.com in Deutschland. Der USSpezialist ist neben RightNow Technologies einer der wenigen reinrassigen On-Demand-Anbieter, die den Sprung nach Europa gewagt haben. Noch macht das Unternehmen allerdings 80 Prozent seines Geschäftes im Heimatmarkt. In Deutschland betreut die Company schätzungsweise 500 Unternehmen, darunter auch große Anwender. Mit Kunden wie der Deutschen Bank Asset Mangement, der Deutschen Telekom oder verschiedenen Scout24-Töchtern betreibt der Hersteller bereits eine Reihe mittlerer und größerer Installationen.

Einst belächelt, jetzt nachgeahmt. Der Erfolg der Amerikaner dürfte zunächst Siebel und schließlich auch SAPSAP inspiriert haben. Noch dazu, wenn die eigenen Kunden abtrünnig werden und einzelne Bereiche ihrer IT-Landschaft für Salesforce öffnen. Verschärft wurde die Situation noch, als der Erzfeind OracleOracle mit der Übernahme von Siebel eine On-Demand-Lösung ins Portfolio bekam. Alles zu Oracle auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Zunächst sinken die Umsätze

Siebel startete sein Mietangebot schließlich im vergangenen Jahr, SAP zog zu Beginn 2006 gleichauf und erweiterte Ende September das CRM-Paket um weitere Funktionalitäten. Aus finanztechnischen Gründen, so vermutet Jim Shepherd, Senior Vice President bei AMR Research, hätten die großen Anbieter ihre Offerten nicht schneller umgestellt. Immerhin führt die Vermietung von Software kurzfristig zu sinkenden Umsätzen. „Wenn SAP aber ein System für eine Million Dollar verkauft, können die Umsätze noch im gleichen Quartal verbucht werden.“

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