Healthcare IT


Andreas Strausfeld

Beharrliche Überzeugungsarbeit zahlt sich aus

Michael Schweizer ist freier Autor in München.
Die Weiterentwicklung der bisherigen Standardardsoftware bei den gesetzlichen Krankenkassen kostete Geld. BITMARCK-Chef Andreas Strausfeld hatte einige Überzeugungsarbeit zu leisten.

Andreas Strausfeld war von Anfang an dabei: Als BITMARCK im Jahr 2009 gegründet wurde, begann er dort gleich als Geschäftsführer. Er brachte viel Branchenerfahrung mit: In der DAK Unternehmen Leben war er zunächst als Sachbearbeiter und Kundenbetreuer und dann in der IT tätig gewesen, davon drei Jahre als CIO. Mittlerweile ist er Vorsitzender der Geschäftsführung der BITMARCK Holding GmbH.

Andreas Strausfeld, CIO von BITMARCK, stieß bei den Mitarbeitern anfangs auf wenig Begeisterung.
Andreas Strausfeld, CIO von BITMARCK, stieß bei den Mitarbeitern anfangs auf wenig Begeisterung.
Foto: Bitmarck

Standardsoftware für Gesetzliche Krankenversicherungen

BITMARCK wurde unter anderem mit dem Ziel gegründet, bei Betriebs-, Innungs- und Ersatzkrankenkassen "iskv_21c" einzuführen. Hierbei handelt es sich um eine Standardsoftware für gesetzliche Krankenversicherungen (GKV), die die ARGE ISKV, eines der Vorgängerunternehmen von BITMARCK, seit 2001 entwickelt hatte. Ungefähr 140 Kassen entschieden sich für iskv_21c. Heute sind es noch etwas mehr als 105, was nicht an Abwanderungen liegt, sondern an den Fusionen im GKV-Markt.

Die etwa 1400 BITMARCK-Mitarbeiter, die die Standardsoftware bei den Kunden installierten, mussten oft zugleich die IT-Systeme zweier bis dahin eigenständiger Unternehmen zusammenlegen. Zudem musste iskv_21c sich für sehr unterschiedliche Anwender eignen: Zu den BITMARCK-Kunden gehören Großkassen wie die DAK-Gesundheit mit sechs Millionen Versicherten, aber beispielsweise auch eine Betriebskrankenkasse mit drei Mitarbeitern. Sie alle sollten mit iskv_21c ihre Geschäftsmodelle optimieren können, und zwar auch mit Hilfe frei zu wählender "Umsysteme", also mit weiterer Software von Drittanbietern. Insgesamt betreuen die BITMARCK-Kunden von 28.000 IT-Arbeitsplätzen aus zirka 16,6 Millionen Versicherte.

Ende 2015 war iskv_21c fertig ausgerollt. Das Besondere war, dass bereits seit einiger Zeit die Arbeit an "21c/ng", der nächsten Software-generation in der GKV, begonnen hatte. Denn die gesetzlichen Krankenkassen durften und mussten mittlerweile konkurrieren. Sie sind gezwungen, sich mit Versorgung und Service voneinander abzusetzen. Leistungen, die es früher nur in den Filialen gab, müssen sie elektronisch und digitalisiert anbieten und zu diesem Zweck riesige Datenmengen auswerten. "Uns wurde schnell klar, dass wir die Funktionalitäten von iskv_21c ausbauen mussten, um langfristig am Markt vorne mit dabei zu sein", erinnert sich Strausfeld.

BITMARCK realisiert als IT-Partner bei den gesetzlichen Krankenversicherungen IT-Lösungen für Betriebs- und Innungskrankenkassen.
BITMARCK realisiert als IT-Partner bei den gesetzlichen Krankenversicherungen IT-Lösungen für Betriebs- und Innungskrankenkassen.
Foto: Bitmarck