IT in der Verwaltung

Behörden bleibt wenig Spielraum für Projekte

28. November 2008
Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
In vielen deutschen Behörden kümmert sich die IT vorrangig um den Infrastrukturbetrieb.

Die kommunale Verwaltung soll vielerorts mit Hilfe der IT modernisiert und der Informationsaustausch mit den Bürgern sowie innerhalb der Kommunen durch E-Government-Angebote verbessert werden. Insgesamt sollen die IT-Abteilungen der Behörden für besseren Service sorgen. Wie eine Studie von IDC zeigt, haben mittlerweile auch viele Kommunen die Möglichkeiten, die sich durch den IT-Einsatz für das Gestalten von Verwaltungsprozessen ergeben, erkannt und die IT in die strategische Planung eingebunden.

Angesichts der knappen Ressourcen stellt sich jedoch die Frage, wie groß der Handlungsspielraum der IT tatsächlich ist. Wie die Umfrage zeigt, setzen die Kommunen nur ein Drittel der IT-Ressourcen für spezifische Projekte mit den Ämtern ein. Der große Rest fließt in operative Tätigkeiten. Tendenziell steigen die Ausgaben für den IT-Infrastrukturbetrieb mit der Größe der Kommunen. Damit wird laut IDC deutlich, wie sehr die IT in der öffentlichen Verwaltung mit sich selbst beschäftigt ist. Die Experten befürworten einen ausgewogenen Einsatz der IT-Ressourcen, wie er beispielsweise bei den Banken üblich ist. Dort machen die IT-Ressourcen im operativen Bereich nur 50 Prozent aus, die andere Hälfte fließt in IT-Projekte mit Fachabteilungen.

Ein weiteres Manko ist den befragten IT-Verantwortlichen zufolge die mangelhafte Kommunikation mit den Ämtern und Referaten innerhalb der Kommunen. Nach den Worten von Joachim Benner, Research Analyst bei IDC sorgen vor allem Sprachprobleme zwischen IT-lern und der Verwaltung sowie das fehlende Verständnis für die IT seitens der Nutzer für Probleme. Vor diesem Hintergrund werde die IT auch von den Anwendern eher als notwendiger Bestandteil der Infrastruktur wahrgenommen. Die Möglichkeiten, Verwaltungsprozesse zu verbessern, würden kaum gesehen.

Laut IDC muss sich die interne IT vom rein technikorientierten IT-Betreiber zum Prozessgestalter, Berater und Innovator entwickeln. Sie müsse stärker mit den Ämtern zusammenwachsen und tiefer in die Prozesse der Fachabteilungen integriert werden. Nur so ließen sich Aufgaben effizient lösen und ein echter Mehrwert für die Verwaltung erreichen.

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