Deutschland bei EU-weiter Studie auf dem achten Platz

Behörden werden beim E-Government immer besser

19. Oktober 2007
Von Nicolas Zeitler
Die Dienstleistungen der Behörden in den EU-Ländern werden immer besser übers Internet zugänglich. Deutschland belegt den achten Platz unter den 31 untersuchten Staaten, was die vollständige Verfügbarkeit von Behördenleistungen übers Netz angeht. Das hat eine Studie der Unternehmensberatung Capgemini im Auftrag der Europäischen Kommission ergeben.

Die untersuchten Staaten stehen im E-Government im Durchschnitt auf einem Umsetzungsgrad von 76 Prozent. Dieses Stadium bezeichnen die Autoren der Studie als "Transaktionsstufe". Das heißt, dass schon viele Leistungen der Behörden online vollständig abgewickelt werden können. Das höchste Stadium und Ziel der Entwicklung im E-Government ist demnach die Personalisierung: Auf dieser Stufe sollen Behördendienste zum Teil auch automatisiert ablaufen.

Vollständig übers Internet verfügbar sind europaweit 58 Prozent aller untersuchten Behördenangebote. Im Vergleich zur Vorjahresstudie konnte Capgemini hier deutliche Verbesserungen feststellen. Allerdings registrierten die Autoren der Studie gleichzeitig große Unterschiede von fast 50 Prozentpunkten zwischen den im E-Government am weitesten und den am wenigsten fortgeschrittenen Ländern.

Österreich ist wie schon im Vorjahr Spitzenreiter. Als erstes und bisher einziges Land bietet die Alpenrepublik alle 20 untersuchten Dienstleistungen vollständig übers Internet an. Vier weitere Staaten erreichen sowohl beim Entwicklungsgrad ihrer Angebote im E-Government als auch bei der vollständigen Online-Verfügbarkeit von Behörden-Dienstleistungen Werte von mehr als 90 Prozent. Hinter Österreich sind dies Malta, Slowenien, Portugal und das Vereinigte Königreich.

In Deutschland sind drei Viertel der Behördenleistungen vollständig übers Internet verfügbar. Damit landet die Bundesrepublik in dieser Kategorie auf dem achten Platz. Gegenüber dem Vorjahr haben die öffentlichen Verwaltungen hierzulande in dieser Hinsicht einen beträchtlichen Sprung gemacht. 2006 waren mit 47 Prozent noch weniger als die Hälfte der überprüften Behördendienste gänzlich übers Internet zu erledigen. Beim Gesamtgrad der Online-Verfügbarkeit erreicht Deutschland nun 84 Prozent - und liegt damit klar über dem Durchschnitt von 76 Prozent. Nachholbedarf bescheinigt die Studie der Bundesrepublik vor allem noch bei den Leistungen der Standes- und Einwohnermeldeämter, außerdem den Pass- und Führerscheinstellen.

Zur Startseite