Kaum Kontrolle, keine Strategie

Bei Mobile Apps herrscht Chaos

30. November 2011
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Kein Virenschutz, kein zentrales Management, keine Standards: Selbst Firmen, die mobile Anwendungen fördern, gehen dabei laut Aberdeen unsystematisch vor.
Erwartungen an mobile Anwendungen laut einer Aberdeen-Studie.
Erwartungen an mobile Anwendungen laut einer Aberdeen-Studie.
Foto: Aberdeen

Mobile Apps gelten als Wundermittel für effizientere Prozesse und Vorteile gegenüber den Wettbewerbern. Glaubt man allerdings einer Studie des US-Marktforschers Aberdeen, sind Strategie und Planung in Sachen mobile Anwendungen eher Mangelware. Das legt zumindest der Report "Enterprise B2E Mobile App Strategies" nahe, der auf Daten von rund 570 Unternehmen basiert.

Die Erwartungen in Zahlen: Knapp jeder zweite Befragte (47 Prozent) führt mobile Apps ein, weil diese betriebliche Abläufe effizienter machen sollen. Fast ebenso viele (44 Prozent) sehen die Anwendungen außerdem als Möglichkeit, sich von den Wettbewerbern abzuheben. Weitere 40 Prozent wollen Entscheidungen beschleunigen. Gut jeder Dritte (34 Prozent) erklärt, die Belegschaft verlange danach.

Stichwort Belegschaft: Ein Studienteilnehmer berichtete den Analysten, die Angestellten in seiner Firma nutzten mobile Anwendungen nach Lust und Laune, ohne jede Absprache mit der IT-Abteilung. Das sei erst nach und nach ans Tageslicht gekommen und habe zu "extremer Frustration" geführt. Die IT-Abteilung habe sich anhören müssen, sie sei unfähig, schnell genug auf dieses Phänomen zu reagieren.

Bei der Analyse der Studienteilnehmer folgt Aberdeen stets demselben Schema. Die Studienteilnehmer werden drei verschiedenen Kategorien zugewiesen: Die besonders Erfolgreichen dürfen sich "Best in Class" (Bic) nennen. Sie stellen 20 Prozent des Feldes. Die mit den schlechtesten Ergebnissen gelten als "Laggard" (deutsch: Trödler). Sie machen 30 Prozent aus. Der Rest bildet das Mittelfeld ("Average").