Hauptstadt fehlt Überblick über ihre Software-Lizenzen

Berliner Politiker streiten über IT-Plan

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Seit Jahren werkelt Berlin an allen möglichen Baustellen, um trotz klammer Kasse als würdige Hauptstadt zu erscheinen. Oft ist die Metropole an der Spree Vorreiter, bei der IT nicht: Während München vergleichsweise reibungslos auf Open Source migrierte, knatscht es in Berlin zwischen rot-roter Regierung und Opposition. Auf Anfrage der Grünen gab Innensenator Ehrhart Körting (SPD) zu, dass bei den Lizenzen der Überblick fehlt.
Berliner Rathaus: Die Grünen kritisieren die IT-Strategie des Senats.
Berliner Rathaus: Die Grünen kritisieren die IT-Strategie des Senats.

Im Frühjahr fochten Körting und der Grünen-Abgeordnete Thomas Birk ihr letztes Scharmützel aus – in Form eines parlamentarischen Frage-und-Antwort-Spiels. Birk hatte unter anderem um eine tabellarische Liste mit den Laufzeiten der existierenden Software-Lizenzen gebeten, mit denen die Hauptverwaltung arbeitet.

Die gibt es laut Körting allerdings nicht. Die Antwort des Juristen: „Eine Übersicht über die Laufzeiten der existierenden Lizenzen in der Hauptverwaltung exisitiert nicht und wäre nur mit einem unvertretbaren Aufwand zu realisieren.“

Es fehlen in der Senatsverwaltung offenkundig Kenntnisse, die für ein absolutes Umsatteln auf quelloffene Anwendungen unabdingbar sein dürften. Immerhin gibt es laut Körting eine zentrale Aufstellung sowohl der eingesetzten als auch der benötigten Software, die derzeit aktualisiert werde.

Hintergrund des jüngsten Vorgangs sind grundlegende Differenzen in der IT-Strategie. Die Grünen werfen den IT-Verantwortlichen des Landes Berlin Ineffizienz vor, die Millionen verschlinge. Sie befürworten eine „zielführende“ Migration zu Open SourceOpen Source. Alles zu Open Source auf CIO.de

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