Analysten-Kolumne

Best Practices Outsourcing

21. September 2005
Von Bardo Racky
Das Auslagern von Geschäftsprozessen und Abteilungen birgt ein immenses Einsparungspotenzial. So weit sind sich Marktforscher, CIOs und Service-Anbieter einig. Wenn alles richtig gemacht wird. Der Blick auf die – nur zu oft negativen - Erfahrungsberichte der Kunden erweckt den Eindruck, dass es für den CIO nur eine Wahl gibt – Outsourcing oder Seelenfrieden. Wo liegen die Knackpunkte für Outsourcing-Dienstleister und Kunde?

Die Presse ist voll davon: groß angekündigte Outsourcing-Projekte scheitern spektakulär, enttäuschte Kunden sprechen von "verhängnisvollen Fehlentscheidungen“ oder "katastrophaler Umsetzung“ durch die Dienstleister. Dabei handelt es sich nicht nur um kleine oder mittelgroße Deals - gerade die Auslagerungsabwicklung von Abteilungen oder Geschäftsprozessen renommierter Marktgrößen ist dem Anschein nach von Krisen und Fehlschlägen geprägt.

Bardo Racky ist Vice President Outsourcing bei Capgemini Central Europe.
Bardo Racky ist Vice President Outsourcing bei Capgemini Central Europe.

Weltweit geht der Wert der großen Auslagerungsdeals zurück. Wurden beispielsweise im ersten Halbjahr 2004 noch Verträge im Wert von rund 26,4 Milliarden Euro abgeschlossen, sind es Markterhebungen zufolge in 2005 nur noch 22,8 Milliarden Euro; die Tendenz: weiter fallend. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in den USA – Marktforscher wollen sogar einen "Trend zum Insourcing“ erkennen. In Europa dagegen stagniert der Markt eher.

Spektakuläre Patzer im Brennpunkt

Kein Wunder, denn der Ruf des OutsourcingOutsourcing leidet unter öffentlichkeitswirksamen Patzern. So berichtet der Deutsche Ring beispielsweise in den MedienMedien, sein Outsourcing-Partner habe in den Verträgen so ungenau formuliert, dass er die erbrachten Services gleich mehrfach abrechnen konnte. Zudem habe es Probleme bei der Abgrenzung von Verantwortungsbereichen gegeben. Die Verkehrsbank begründet ebenfalls öffentlichkeitswirksam ihr Insourcing damit, dass der von ihr beauftragte Dienstleister keine passende Antwort auf die veränderten Geschäftstätigkeiten des Unternehmens hatte. Gleich 65 Verstöße gegen Vertragsvereinbarungen listete auch die US-amerikanische Kaufhauskette Sears im Frühjahr 2005 vor Gericht auf, um den Auflösungsvertrag mit ihrem Outsourcing-Partner zu untermauern. Alles zu Outsourcing auf CIO.de Top-Firmen der Branche Medien

Outsourcing ist nur so gut wie sein Anbieter

So ist es nur zu verständlich, dass der CIO es sich heute zwei Mal überlegt, ob er sich wirklich auf ein solches Projekt einlassen soll: Einerseits verspricht das Outsourcing zwar deutliche Effizienzverbesserungen in den Abläufen und beachtliche Kosteneinsparungen, andererseits aber wird es ihn in der Implementierungsphase wahrscheinlich vorzeitig ergrauen lassen. Vielleicht scheitert es sogar gänzlich. Auf dem Papier ist die Lösung des Problems eigentlich ganz einfach: Nahezu alle Markterhebungen kommen zu dem Ergebnis, dass ein Outsourcing Projekt - in der Regel - so gut oder eben so schlecht ist, wie der Dienstleister, der es anbietet.

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