Bessere Technik

Betrug mit Kreditkarten nimmt weiter ab

17. Juli 2013
Der Betrug mit Kredit- und EC-Karten geht zurück. Das ist die gute Nachricht der EZB. Die schlechte: Kriminelle suchen sich neue Wege, um geheime Daten abzugreifen. Und sie finden immer noch Staaten, um daraus Kapital zu schlagen und Milliardenschäden anzurichten.

Datendiebe kommen bei Kredit- und EC-Karten nach Erkenntnissen von Europas Währungshütern immer seltener zum Zug. Seit 2007 gebe es einen rückläufigen Trend beim betrügerischen Einsatz des Plastikgeldes, stellte die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem zweiten Bericht über Kartenmissbrauch fest.

Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen für das Jahr 2011 richteten Kriminelle insgesamt 1,16 Milliarden Euro Schaden an. Das waren nach EZB-Angaben vom Dienstag 5,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, obwohl Kartennutzung damals noch nicht so ausgeprägt war. Die Daten beziehen sich auf den Euro-Zahlungsraum Sepa ("Single Euro Payments Area"), der 32 Länder umfasst: Alle EU-Mitglieder sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz.

Die höchsten Schäden durch Kartenmissbrauch gab es im Schnitt bei Karten, die in Luxemburg, Frankreich und Großbritannien ausgegeben wurden. In Irland war mehr als eine von 1000 Transaktionen betrügerisch. Damit lag das Land deutlich über dem Durchschnitt, der bei etwa einem von 4000 Geschäften lag.

Insgesamt habe vor allem die EMV-Technologie mit einer Art Mini-Computer für mehr Sicherheit gesorgt, bekräftigte die Notenbank. Bei diesen Karten wird der Datensatz verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft. Zusätzlich gibt es eine PIN.

Dank dieser höheren Hürden können Datendiebe in Europa mit Kartendubletten kaum noch etwas anfangen. "Dieser Trend verlagert das Problem allerdings teilweise in Länder, in denen EMV-Chips noch nicht gängig sind", erklärte die EZB. Im Jahr 2011 seien 78 Prozent aller Betrugsfälle mit gefälschten Karten außerhalb des Sepa-Raumes passiert - im Vergleich zu 61 Prozent ein Jahr zuvor.

Denn längst nicht alle Staaten ziehen bei der Modernisierung der inzwischen als veraltet geltenden Technik mit und rüsten Bezahlkarten statt mit Magnetstreifen mit moderner EMV-Sicherheitstechnik aus. Kriminelle nutzen Kartendubletten zu betrügerischen Zwecken somit in größerem Stil zum Beispiel in den USA, wie jüngste Daten von Euro Kartensysteme belegen, einer Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft für das Sicherheitsmanagement des Plastikgeldes.

Immer häufiger versuchen Kriminelle Kartendaten und Geheimnummer (PIN) bei Zahlungen abzugreifen, die über das Internet, per Mail oder Telefon abgewickelt werden. Der Schaden bei solchen Geschäften, bei denen die Karte nicht physisch im Einsatz war, nahm nach EZB-Erkenntnissen gegen den Trend zu: von 648 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 655 Millionen Euro im Jahr 2011. Haupteinfallstor für Kriminelle war hierbei das Internet. (dpa/rs)

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