Big Data Vendor Benchmarks Deutschland 2015

Bewegung im Big-Data-Markt

24. November 2014
Holm Landrock ist Senior Advisor Experton Group.
Die Ergebnisse des Big Data Vendor Benchmarks Deutschland 2015 zeigen ein deutliches Bild: Diesmal wurden nahezu doppelt so viele Unternehmen bewertet wie im Vorjahr, und es ist Bewegung im Markt.

Die Vorjahresausgabe des Big Data Vendor Benchmarks wurde im Juli 2013 veröffentlicht. Damit umfasst der Vergleichszeitraum etwa ein Jahr. Konnten sich 2013 aus einer Bruttomenge von knapp 140 Unternehmen nur 68 für eine Bewertung qualifizieren, so hat die Experton Group in diesem Jahr über 122 von ursprünglich mehr als 200 Unternehmen bewertet. Damit können die Anwender aus einem nahezu doppelt so großen Pool mit Big-Data-Lösungsanbietern und -Dienstleistern auswählen.

Berücksichtigt man alle Bewertungskategorien, lässt sich heute grundsätzlich sagen: Viele Unternehmen haben inzwischen ein gutes bis sehr gutes Angebot. Das liegt daran, dass Big DataBig Data keine völlige Neuerfindung ist, sondern eine Weiterentwicklung von Business IntelligenceBusiness Intelligence, Business Analytics und Data Warehousing. Die Kombination dieser Lösungen mit aktuellen Technologien beispielsweise aus dem Supercomputing führt dazu, dass die Angebote jetzt auch für die Verarbeitung enorm großer Datenvolumina geeignet sind. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Business Intelligence auf CIO.de

"Deep Dive into the Data Ocean"

Doch auf dem Weg zu großen, automatisierten Analysen über Terabytes und Petabytes an Daten hinweg gilt es noch immer ein paar Stolpersteine zu überwinden. So gibt es doch noch einige Unternehmen, deren Lösungen eigentlich eine Teilmenge an Daten aus dem riesigen theoretischen Daten-Repository herausziehen, um dort mit praktischen GUIs den "Deep Dive into the Data Ocean" zu praktizieren. Heraus kommt dann eben hin und wieder doch Small Data - dafür Laptop, Tablet und PC für die Auswertungen.

Weniger positiv zeichnet sich in einigen Bereichen das Bild der Marktdynamik: Unternehmen, die im Vorjahreszeitraum teilweise eine gewaltige Produkt- und Servicemaschinerie aufgestellt und angeworfen haben, konnten im jüngsten Beobachtungszeitraum (Juli 2013 bis Juni 2014) kaum noch Neues hervorbringen. Das ist jedoch verständlich, weil selbst die großen Player im Markt nicht pausenlos neue Produkte anbieten können.

Leider fehlt aber mitunter der Beweis, dass die entwickelten Produkte vom Markt angenommen worden sind. Referenzprojekte werden von den Anbietern nur zögerlich genannt. Ein Grund dafür mag sein, dass Kunden die Wettbewerbsvorteile aus ihren Big-Data-Anwendungen nicht öffentlich preisgeben möchten. Die geringe Anzahl an Referenz- und Pilotprojekten könnte aber auch dadurch bedingt sein, dass in Deutschland eine vorsichtige Investitionsmentalität herrscht und die Unternehmen Angst haben, Geld für neue, noch nicht vollständig erforschte Big-Data-Lösungen auszugeben.