Strategien


Digitalisierung

Bezahlter Angriff auf die Wertschöpfungskette

18. Mai 2015
Gisbert Rühl, CEO des Traditionsunternehmens Klöckner & Co. aus Duisburg, treibt die digitale Transformation auf zwei Schienen voran: Zum einen investiert er in die Digitalisierung der existierenden Lieferkette, zum anderen fördert er Startups, die das eigene Geschäft durch disruptive Modelle angreifen sollen.
Gisbert Rühl ist CEO beim größten produzentenunabhängigen Stahl- und Metallhändler Klöckner & Co. in Duisburg.
Gisbert Rühl ist CEO beim größten produzentenunabhängigen Stahl- und Metallhändler Klöckner & Co. in Duisburg.
Foto: Klöckner & Co.

Sie haben vor sechs Jahren fast die gesamte IT ausgelagert. Wie wirkt sich das auf die Fähigkeit des Unternehmens zur Digitalisierung aus?

Gisbert Rühl: Jedenfalls nicht negativ. Ausgegliedert haben wir nur Standardprozesse. Das gesamte Anwendungs-Know-how ist im Haus geblieben. Es wird von 15 IT-Spezialisten gesteuert, die eine reine Business-Sicht auf die Informationstechnik haben.

Inwieweit verantworten die auch das Thema Digitalisierung?

Gisbert Rühl: Wir treiben die Digitalisierung durch eine separate Einheit voran. Zu diesem Zweck haben wir unser Kompetenzcenter für Digitalisierung, kloeckner.i in Berlin gegründet, das zum Jahresende 20 Leute beschäftigen soll.

Haben Sie einen Chief Digital Officer?

Gisbert Rühl: Diese Aufgabe nehme ich im Augenblick selbst wahr. Die Digitalisierung kann nur mit persönlichem Einsatz des CEO erfolgreich vorangetrieben werden. Wenn wir zum Beispiel unsere Preise transparenter machen - was mit dem Vertrieb von Stahl über das Internet zwingend einhergeht - dann muss das von der Unternehmensspitze abgesegnet sein.

Digitalisierung heißt also auch Transparenz. Und was noch?

Gisbert Rühl: Digitalisierung heißt für uns in erster Linie Vernetzung - im Unternehmen selbst und mit anderen. Damit verbunden sind aber auch Veränderungen des bestehenden Geschäftsmodells.

Und wo bleibt da die IT?

Gisbert Rühl: Das ist auch IT im Sinne von Tools, Webshops, Plattformen etc. Aber hier müssen wir anders vorgehen als in der klassischen IT. Während wir dort auf StandardisierungStandardisierung setzen, setzen wir hier auf Individualisierung. Wir entwickeln viel selbst, und wir beginnen immer beim Kunden - mit der Frage: Was braucht er, um leichter und effizienter mit uns zusammenarbeiten zu können. Alles zu Standardisierung auf CIO.de

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