Großauftrag geht an MID GmbH

BI der Arbeitsagentur in Nürnberger Hand

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die MID GmbH kann sich über einen echten Großauftrag freuen: Das Software- und Beratungshaus aus Nürnberg erhielt den Zuschlag für die Weiterentwicklung der Business Intelligence (BI) der Bundesagentur für Arbeit (BA). Und damit auch die Aufgabe, mit 160 Milliarden Datensätze bei einem Volumen von 21 Terabyte umzugehen.

Jeden Tag besser werden. So lautet nicht nur die in die Tage gekommene Parole des Fußballtrainers Jürgen Klinsmann, sondern seit Bestehen auch der Kern des Programms der BA. Einer Institution, die nicht nur die Reformen der Arbeitsmarkt-Politik umsetzen muss, sondern dadurch selbst einem stetigen Reform-Prozess unterworfen ist.

Das Millionen-Heer der Arbeitslosen soll nicht mehr nach altem Muster verwaltet werden. Stattdessen soll für jeden der optimale Förderungs-Mix aus Beratung, Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsvermittlung gefunden werden - so zumindest der nach außen formulierte Anspruch. Daneben stellt es sich kompliziert genug dar, die Ansprüche der Arbeitssuchenden auf ihre Berechtigung hin zu überprüfen. Dies erfordert eine IT-Landschaft in einer für die meisten Unternehmen unvorstellbaren Dimension. Die BA selbst bezeichnet sie als eine der größten in Europa: 1800 Mitarbeiter sind an 167000 vernetzten Arbeitsplätzen tätig.

Entsprechend gewaltig erscheinen die Datenmengen, die die BI-Plattform der BA zu bewältigen hat. Für das Produktiv-System der Plattform nennt die Behörde eindrucksvolle Zahlen: ein Daten-Volumen von mehr als 21 TB, 50000 Datenbank-Views und 160 Milliarden Datensätze. Da ist eine stetige Weiterentwicklung offenkundig unerlässlich. Den Auftrag dazu hat nun die MID erhalten.

870 Personal-Monate in den kommenden drei Jahren

Die Zusammenarbeit ist auf drei Jahre angelegt und umfasst 870 Personal-Monate. Inhaltlich besteht die Aufgabe aus der Verfahrensbetreuung und der Erstellung fachlicher Feinkonzepte. "Das große Daten-Volumen und die sich verändernden Anforderungen stellen eine hohe Anforderung dar", sagt MID-Projektleiter Michael Müller. Die bestehende Architektur der BI-Plattform stelle indes eine gute Lösung dar. Eine schöne Ausgangsposition, um weiterhin besser zu werden.

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